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lördag, maj 21, 2011

Vanaheim, das Reich der Vaner

Vanaheim, Vanheim oder auch Vanhem bezeichnet das Land der Vaner, einem Göttergeschlecht der nordischen Mythologie, das als sehr naturverbunden bezeichnet wird. Die bekanntesten Vanagötter sind Njord, Frej und Freja, die für die Mächte und Kräfte der Natur verantwortlich sind.

Vanaheim wurde in den alten Schriften nie als solches beschrieben, aber man weiß, dass es nördlich des Svarta Havet, an einem Fluss, der Tanakvisl heißt, liegt. Forscher gehen dabei davon aus, dass es sich hierbei um das Schwarze Meer und den russischen Fluss Don handelt, ohne dies jedoch eindeutig beweisen zu können.

Da Njord in Vanaheim geboren wurde und man lesen kann, dass er nach Ragnarök, dem Weltuntergang, wieder in seine Heimat zurückkehren wird, kann man davon ausgehen das Vanaheim, eine der neun Welten der nordischen Mythologie, nicht vom Weltuntergang betroffen ist und es sich daher auch um eine Welt handelt, die bereits existierte bevor auf Yggdrasil Midgård und Asgård entstanden.
Copyright: Herbert Kårlin
 

söndag, maj 15, 2011

Muspelheim, das Reich der Hitze

Muspelheim und Nifelheim waren zwei Reiche, die bereits in der Urzeit existierten, lange bevor die ersten Wesen entstanden. Sie waren getrennt durch Ginnungagap, die absolute Leere, in der die Welten der nordischen Mythologie ihren Ursprung haben.

Muspelheim wurde als das Reich des Lichtes, der Hitze und des Feuers betrachtet, das von Surt beherrscht wurde. So wie die Funken aus Muspelheim die Welten schufen als sie mit dem Raureif Nifelheims in Berührung kamen, so werden die Welten letztendlich auch von Muspelheim aus vernichtet.

Bei Ragnarök zieht Surt mit seinem brennenden Schwert, das so stark leuchtete wie die Sonne, zusammen mit seinen Söhnen und den bösen Mächten, der Kraft des Chaos, von Muspelheim aus in den Kampf gegen alle Welten und insbesondere gegen Asgård, die Welt der Götter.

Die Wikinger sahen in den verschiedenen Sternbildern nicht nur die verschiedenen Götter und Wesen der nordischen Mythologie, sondern sie glaubten auch, dass die Sterne die Funken aus dem fernen Muspelheim waren.
Copyright: Herbert Kårlin
 

fredag, maj 13, 2011

Fenrisulven, der gefürchtete Wolf der nordischen Mythologie

Fenrisulven, bisweilen auch Fenrir genannt, war der Sohn Lokes und Angerbodas, also einer der Geschwister der Midgårdsormen, Sleipers, Hels und Narfes. Er entwickelte sich von einem harmlosen, fast zahmen Wolf zum größten Feind der Götter und der Menschen.

Fenrisulven wuchs als junger Wolf in Asgård, der Welt der Götter auf und war ein harmloses Wesen. Er wuchs jedoch, da er aus dem Geschlecht der Riesen kam, so schnell, dass er schließlich auch den Asa-Göttern Angst einflößte. Mit einer List wollten sie ihn daher anketten, damit er keinen Schaden anrichten konnte.

Die Götter Asgårds zeigten ihm eine Stahlkette und sagten ihm, dass er das stärkste Wesen der Welt sei, wenn er die Kette an seinem Hals zerreißen kann. Diese Kette widerstand keine Sekunde der Kraft von Fenrisulven. Die Götter versuchten anschließend den gleichen Trick mit einer stärkeren Kette, jedoch mit dem gleichen Resultat.

Schließlich stellten die Zwerge eine Seil aus den Wurzeln der Berge, dem Geschrei der Katzen, den Sehnen der Bären, dem Atem der Fische, dem Bart von Frauen und der Spucke der Vögel her, ein Seil, das eher einem Seidenfaden als einen richtigem Seil glich. Dieses Seil, das den Namen Gleipner erhielt, war jedoch so stark, dass keine Kraft der Welt es zerreißen konnte.

Fenrisulven ahnte, dass diese Schnur ein Geheimnis barg und dachte, es sei verzaubert. Er ließ es sich daher nur unter der Voraussetzung um den Hals legen, wenn sich jemand bereit fand, seine Hand in seinen Rachen zu legen. Nur Tyr hatte den Mut dazu, aber sobald Fenrisulven bemerkte, dass er von den Göttern getäuscht wurde, biss er ihm die Hand ab.

Seit diesem Tag war Fenrisulven in Jotunheim angekettet und hatte eine Schwert im Rachen, das mit der Spitze den Oberkiefer aufhielt. Aus seinem Maul entspringt seither der Bach Von. Erst zu Ragnarök kann sich Fenrisulven befreien und, gemeinsam mit Loke und der Midgårdsormen gegen die Aser kämpfen.
Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, maj 11, 2011

Loke, der Verräter der nordischen Mythologie

Loke spielt, neben Oden und Tor, eine der wichtigsten Rollen in der nordischen Mythologie, zumal er lange Zeit als Freund der Götter und Menschen auftritt und vor allem, weil er die Götter aus mehr als einer Notlage rettet. Später nimmt sein Charakter des Riesengeschlechts die Oberhand und er wird der bedeutendste Feind von Göttern und Menschen.

Loke war der Sohn der beiden Riesen Farbaute und Laufey, seine Brüder hießen Byleist und Helblinde. Loke, der mit Oden die Blutsbrüderschaft eingegangen war, wurde nach Balders Tod jedoch der größte Feind Odens. Deshalb wurde er bis Ragnarök mit den Därmen seines Sohnes Narfe, die sich in Eisen verwandelten, auf drei spitzen Steinen festgebunden. Über seinem Kopf befand sich eine Giftschlange, die ihr Gift in die Aufen Lokes tropfen ließ, das jedoch fast immer von seiner Frau Sugyn in einer Schale aufgefangen wurde. Wenn sie jedoch die Schale leerte und dadurch ein Tropfen des Giftes in die Augen Lokes kame, so wand er sich vor Schmerzen und verursachte die Erdbeben.

Loke hatte die Gabe sich jederzeit in alle Gestalten verwandeln zu können und war in der Lage selbst sein Geschlecht zu ändern. Dies war auch der Grund, warum er in Form eines Hengstes Odens achtfüßiges Pferd Sleipner zeugen konnte.

Loke hatte drei Söhne, zwei mit seiner Frau Sigyn, die die Namen Vale und Narfe erhielten und zwei Kinder mit der Riesin Angerboda: Fenrisulven, der bei Ragnarök Oden verschlingen soll und die Midgårdsormen, die beim Untergang der Welten Tor und Hel töten wird.

Loke lebt, wie fast alle Namen der nordischen Mythologie, weiter in Form von Firmennamen, Pferdeställen, einer Zeitschrift, einem Fußballklub und natürlich als Vorname, wobei sich hier Loke (Nyberg) besonders hervorhebt, einer der bedeutendsten Liedermacher Schwedens der Gegenwart.
Copyright: Herbert Kårlin
 

lördag, april 30, 2011

Gerd, die schöne Riesin Jotunheims

Gerd, die Tochter Gymers und Aurbodas ist eine der schönsten Riesinnen aus Jotunheim, der Welt der Riesen, weshalb sie auch mit dem Nordlicht in Verbindung gebracht wird. Die Schönheit Gerds soll so immens gewesen sein, dass sich allein wegen ihrer Schönheit der Asagott Frej in sie verliebte.

Als Frej einmal von Lidskjalf aus nach Norden über Jotunheim blickte, fiel sein Blick auf Gerd. Ein einziger Blick auf die schöne Riesin reichte, dass er nicht mehr reden, nicht mehr essen und nicht mehr schlafen konnte. Bereits nach diesem einen Blick wollte er sich nur noch mit Gerd verheiraten und hatte keine anderen Gedanken mehr.

Frej schickte daher seinen Diener Skirner mit seinem Schwert, das selbständig kämpfen konnte, nach Jotunheim um für ihn zu freien. Gerd wollte jedoch nichts von Frej wissen und interessierte sich weder für die goldenen Äpfel, die Skirner dabei hatte, noch für den wertvollen Ring Draupner. Selbst Drohungen mit dem Schwert liesen sie kalt.

Erst als Skirner damit drohte mit Hilfe von Runen die schwersten Plagen über sie und ihre Familie zu bringen und zwar in diesem und den zukünftigen Leben, lässt Gerd sich erweichen und stimmt in die Höchzeitspläne ein. Als Entschädigung für den Verlust Gerds verlangt ihre Familie allerdings auch das Schwert Frejs, das ihnen Skirner überlässt und durch das Frej später bei Ragnarök getötet wird.
Copyright: Herbert Kårlin
 

måndag, april 25, 2011

Gjallarhorn, das Horn Heimdalls

Das Gjallarhorn hat in der nordischen Mythologie mehrere Bedeutungen, wobei es jedoch vor allem für eine Aufgabe geschaffen wurde, nämlich die Götter zu warnen, wenn Nidhögg, die Riesen und die bösen Mächte Asgård angreifen um den Weltuntergang herbeizuführen, also Ragnarök.

Das Gjallarhorn ist ein ständiger Begleiter Heimdalls, dem Wächter der Brücke Bifrost. Sein Laut ist so durchdringend, dass er in allen neun Welten zu hören ist, die in der nordischen Mythologie existieren. In zweiter Linie dient das Gjallerhorn auch dafür den Göttern Botschaften zu schicken, wobei dann der Ton des Hornes jedoch nur von den Göttern gehört werden kann.

Gjallarhorn ist auch der Name einer Versicherungszeitschrift, eines norwegischen Blasorchestern und einer finnischen Volksmusikgruppe, die vor allem in Schwedisch altnordische Themen aufgreift. Die Gruppe, die 1994 gegründet wurde, baut vor allem auf die traditionelle finnland-schwedische Spielmanntradition auf.
Copyright: Herbert Kårlin
 

onsdag, april 20, 2011

Der Drache Nidhögg und Yggdrasil

In der nordischen Mythologie symbolisiert der Drache Nidhögg, bisweilen auch Nidhugg geschrieben, das Böse. Nidhögg sieht man oft im Gebirge Nidafjäll, wobei er ständig an den Wurzeln des Weltenbaumes Yggdrasil nagt um ihn zu schwächen. Der Drache Nidhögg taucht auch immer wieder an der Quelle Hvergelmer auf und in Hel, wo er das Blut der Toten trinkt.

Nidhögg war ständig in einer Art Wortgefecht mit dem riesigen Adler Hräsvelg, der auf der Spitze Yggdrasils wohnte und mit seinen Flügeln die Winde schuf. Der Adler symbolisierte die gefährlichen Mächte, die über die Welt schwebten, wobei die grösste Gefahr von Nidhögg ausging.

Der Drache Nidhögg verhindert kurz vor Ragnarök, dass die Götter eine neue Welt errichten und während er entlang der felsigen Steilhänge fliegt, geht die Welt unter.

Nidhögg ist ein beliebter Name für schwedische Motorradclubs sowie von Vereinen von Bergsteigern. Auch als Pseudonym in den Social Medias ist Nidhögg in Schweden ein häufig gewählter Begriff. Eine der jüngsten Vikingrock-Gruppen, die erst dieses Jahr eine neue CD herausgaben ist Nidhöggs Vrede, die altnordische Themen zu Heavy Metal machen. Mehrere ihrer Stücke haben einen direkten Bezug zum Drachen Nidhögg.
Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, april 14, 2011

Balder, der Gott, der auferstehen wird

Balder ist in der nordischen Mythologie der einzige Gott, der ausschließlich gute Züge hat. Balder, der in Breidablick, in Mimers Hain, wohnt, ist auch der hellhäutigste Gott das frühen Nordens, aber da er, wen er um Rat gefragt wurde, immer nur das Gute herbeibeschwören wolle, waren seine Ratschläge immer nur kurzlebig.

Balder war der Sohn Odens und Friggs, der mit Nanna verheiratet war. Nach der nordischen Mythologie soll Balder nach Ragnarök, dem Untergang der Welt, mit Nanna aus dem Reich des Todes zurückkehren und eine neue Welt gründen, die nicht mehr von Gut und Böse gleichzeitig beherrscht wird, sondern nur noch gut ist.

Der altnordische Gott Balder war in der nordischen Mythologie der Beschützer von Sonne und Mond, der die beiden mit seinem Pferd Ringhorne begleitete. Da Balder unendlich schön war, benannten die Menschen auch die weißeste Blume nach dem Gott, der seinen Feinden die Hand reichte und Krieg verabscheute.

Balder gab einer Vielzahl an Unternehmen und Institutionen Schwedens seinen Namen. Aber auch eine Rose oder die gigantische Achterbahn in Liseberg heißen Balder. Im Vergleich zu anderen Religionen trägt Balder sehr viele Zeichen von Jesus, aber auch von von der altasiatischen Philosophie, was Forschern immer noch Rätseln über den Ursprung der nordischen Mythologie bietet.
Copyright: Herbert Kårlin
 

tisdag, april 05, 2011

Der Riese Surt und das brennende Schwert

Surt ist in der nordischen Mythologie der Herrscher von Muspelheim, das im Süden von Ginnungagap lag und das Reich der Hitze war, das, wie Nifelheim, bereits vor der Entstehung der Welt existierte.

Surt war der Stammvater und der mächtigste Riese unter den Feuer-Riesen der Vorzeit, der alle Feuer beherrschte und ein brennendes Schwert trug, das stärker strahlte als die Sonne. Surt geht mit diesem Schwert während Ragnarök an der Spitze eines Heers, das gegen Asgård zog. Der Riese Surt starb letztendlich selbst im Feuer, das er seit Beginn der Zeit beherrschte.

Auf Island wird Surt volkstümlich mit der Aktivität der Vulkane in Verbindung gebracht und auch der Name der isländischen Insel Surtsey (Surts ö), das Teil des Unesco Weltkulturerbes ist, geht auf diesen mächtigen Feuerriesen zurück.
Copyright: Herbert Kårlin
 

tisdag, mars 29, 2011

Die Quelle Hvergelmer in der nordischen Mythologie

Hvergelmer oder auch Vergelmer ist eine der drei Quellen aus denen sich der Weltenbaum Yggdrasil ernährt und wo sich eine seiner drei Wurzeln befinden. In dieser Quelle wohnt der Drache Nidhögg und einige Schlangen. Nidhögg nagt ständig an den Wurzeln des Baumes und repräsentiert das Böse in der nordischen Mythologie. Indem er die Wurzeln zerstört, wird er auch mit am Ragnarök Schuld tragen.

Hvergelmer, was soviel wie der „rauschende Kessel“ heißt, fließt an der nördlichen Wurzel von Yggdrasil vorbei, um sich dann in elf eiskalte Flüsse zu teilen. Diese Flüsse heißen Elivågor und deren Wasser wird immer kälter bis es zu Eis erstarrt, das den Norden von Ginnungagap füllt, wo es dann auf die Wärme von Muspelheim trifft und sich im Kampf zwischen Kalt und Warm die ersten Wesen der Nordischen Mythologie entwickeln, Audumla und Ymer.

Auch die Quelle Hvergelmer hat Familien ihren Namen gegeben und mehrere Black Metal Gruppen haben sich von der Kraft des eisigen Wassers inspirieren lassen, wobei insbesondere die Gruppe Hvergelmer auch internationalen Erfolg aufweisen kann.
Copyright Herbert Kårlin

lördag, mars 26, 2011

Midgårdsormen oder Jörmungandr, das Band um die Erde

Midgårdsormen oder Jömungandr (der riesige Stab) ist eine Schlange in der nordischen Mythologie, die dem Geschlecht der Riesen angehört und ist eines der Kinder von Loke und Angerboda. Seine Geschwister sind Hel, Fenrisulven, Narfe ond Sleiper, alles Wesen, die eine wichtige Rolle in der vornordischen Zeit einnahmen. Wegen seiner Länge wird die Schlange Midgårdsormen oft auch als das Band der Erde bezeichnet.

Ursprünglich wohnte Midgårdsormen mit seinen Eltern und Geschwistern in Asgård, dem Reich der Götter. Als jedoch die Schlange immer größer und länger wurde, wollte Oden sie los werden. Er warf sie daher in das Weltenmeer, den unendlichen Ozean, wo sie bis Ragnarök verblieb. Als Oden sie ins Wasser warf, war Midgårdsormen bereits so lang, dass sich die Schlange rund um Midgård, das Reich der Menschen, legen konnte und sich dabei auch noch in den Schwanz beißen konnte.

Der Donnergott Tor trifft die Schlange Midgårdsormen dreimal während seines Lebens. Einmal, als die Schlange noch klein war und er sie in die Luft hob, in der Annahme, dass es sich um eine Katze handelte, ein zweites Mal, als er mit Hymer zum Fischen auf See war und er Midgårdsormen mit seinem Hammer Mjölner töten wollte, aber von Hymer daran gehindert wurde. Und ein drittes Mal bei Ragnarök, wo beide gegeneinander kämpfen und sich schließlich gegenseitig töten.

Midgårdsormen gehört bis heute zu den Figuren der nordischen Mythologie, die Schauspieler und Musiker inspirieren, aber auch viele Künstler anregen. Es gibt zahlreiche Skulpturen und vor allem Schmuckstücke, die Midgårdsormen genannt werden. Erst 2010 schufen Henrik Hallgren und Sabina Henriksson ein musikalisches Theaterstück mit dem Namen „Ur Tor & Midgårdsormen“.

Copyright: Herbert Kårlin
 

torsdag, mars 24, 2011

Die Schaffung der Welt in der nordischen Mythologie

Nordische Mythologie Teil 1 - Der Beginn

Nach der nordischen Mythologie hat die Welt einen Anfang und ein Ende. Daher war zu Beginn das Chaos in dem es „keinen Sand, keinen See, nicht die leichteste Brise, auch keine Erde und nicht den Himmel über ihr“ gab. Es gab nur den Raum, den man sich wie einen großen Rachen vorstellte und der Ginnungagap (der weit offene Rachen) genannt wurde.

Es gab jedoch bereits drei Kräfte, wobei die Zahl drei auch später immer wieder in der nordischen Mythologie auftaucht. Ginnungagap hatte im Norden die Quelle der eisigen Kälte (Hvergelmer) über die ein dichter Dunst lag. Diese Gegend wurde daher Nifelheim genannt, die Welt des Dunstes. Im Süden von Ginnungagap befand sich die warme Quelle Urds und unterhalb, an der tiefsten Stelle unter diesen beiden Teile lag die Quelle der Weisheit, Mimers brunn. Diese Quelle war so tief, dass nicht einmal der Gedanke des Gottes Oden sich die Tiefe vorstellen konnte.

Aus Hvergelmer drangen ständig neblige Kälteschwaden nach Ginnungagap, wo diese auf die warmen Ströme aus dem Süden stießen. Diese beiden Kräfte lagen ständig im Streit und vermischten sich mit der Zeit. Aus dieser Mischung entstanden dann die ersten Stoffe, die zur Entstehung der Welt führten.

Dort wo die Quelle der Weisheit entsprang, befand sich ein Samen, der Samen des Weltenbaumes Yggdrasil. Dieser Samen begann sich aus diesen Stoffen, die aus Kälte und Wärme entstanden, zu entwickeln. Seine Wurzeln suchten den Weg zu den drei ursprünglichen Kräften des Chaos und schufen, durch der Verflechtung seiner Wurzeln, die Unterwelt.

Der Stamm des Yggdrasil wurde immer höher und verzweigte sich mehr und mehr, damit sich die unterschiedlichen Reiche und Welten auf den verschiedenen Ästen entwickeln konnten. Auch wenn der Weltenbaum für Menschen unsichtbar sind, so entwickelt er sich immer weiter bis die Welt mit Ragnarök ihr Ende erreicht hat.




Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, mars 22, 2011

Helheim, die Welt, die niemand verlässt

Helheim ist eine der neun Welten in der nordischen Mythologie, die von Hel, der Göttin des Reiches der Toten regiert wird.

Das nachtschwarze und kalte Helheim liegt am tiefsten Ort von Nifelheim. Wer einmal dort angelangt ist kann den finsteren Ort nie wieder verlassen, da der Fluss Gjöll, der ganz Helheim umschließt, jede Rückkehr in eine andere Welt unmöglich macht. Selbst Göttern gelingt es nicht mehr diesen Ort zu verlassen.

Nach Helheim kommen all jene, die aus Altersgründen oder nach einer Krankheit sterben und denen es nicht gelungen war während ihres Lebens eine Heldentat zu begehen. Nur wer als Held oder während eines Kampfes ums Leben kommt, findet Zugang zu Valhall.

Der Eingang nach Helheim, die wie Gold schimmernde Gjallarbron, wird von Modgunn (auch Modgud genannt) bewacht. Der Riese Hraesvelg, der am Rande der Welt sitzt und die Gestalt eines Adlers hat, schlägt ständig mit seinen Wingen, die einen kalten Wind nach Helheim blasen. Die Tür selbst nach Helheim wird vom Hund Garm bewacht und öffnet sich zum Ragnarök, wenn alle Toten das dunkle Reich verlassen können um den noch Lebenden das Leben zur Hölle zu machen.

Aus dem Wort Hel und Helheim entstand das schwedische Wort Helvete (Hölle), was soviel bedeutet wie „die Strafe Hels“. Auch „slå ihjål“ bedeutet „schlagen nach Hel“. Und auch der Helheim-Gletscher in Grönland erhielt seinen Namen nach dem mythologischen Reich des Todes.

Wie so oft, hat auch eine norwegische Vikingarock-Gruppe, die Black Metal spielt, seinen Namen aus der nordischen Mythologie. Die Gruppe Helheim spielt unter anderem den Song Jernskogen (das norwegische Wort für Eisenwald), der von einem sehr eindrucksvollen Video begleitet wird.

Copyright: Herbert Kårlin