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lördag, juni 04, 2011

Das Zeitalter der Sünden und des Zwistes

Nordische Mythologie Teil 24 - Gullveigs Einfluss

Die Götter hatten Heimdall zu den Menschen nach Midgård geschickt, damit diese alle Weisheiten erfuhren, die ihnen ein friedliches Leben garantieren. Sie wurden dazu erzogen, dass sie sich gegenseitig respektierten und jederzeit mit Hilfe bereit standen. Sie hatten gelernt das Feuer zu beherrschen und mit den Kenntnissen der heiligen Runen konnten sie Sorgen lindern, Krankheiten heilen und selbst Stürme und Wellen bezähmen.

Aber bereits als die Menschen noch in dieser goldenen Zeit lebten, schlummerte über ihnen das Böse, das alle guten Einflüsse Heimdalls zerstören wollte. Dieses Böse war verkörpert in der Riesin Angerboda, die auch als Gullveig bekannt wurde.

Gullveig war so schön wie Loke und war ebenfalls in Asgård aufgenommen worden. Ihr war jedoch eine böse Macht angeboren, die es ihr erlaubten Menschen und Götter zu verführen, ohne dass diese die Gefahr sehen konnten, die die Handlungen mit sich führten, zu denen Angerboda sie verführte.

Angerbode hatte auch die Macht allen Dingen der Welt einen schädlichen Einfluss zu geben, ohne dass sie selbst davon betroffen war. Sie konnte Unfälle, Krankheiten, Sinnesverwirrungen und selbst den Tod eines Menschen herbeiführen, da sie die Trollsprache bis ins kleinste Detail beherrschte.

Angerboda (Gullveig), die Friggs Dienerin war, konnte sich, wie Loke, so gut verstellen, dass die Götter sehr lange brauchten bis sie ihren wahren Charakter entdecken konnten und sie bis dahin bereits die Freundin Frejas werden konnte, die sie ebenfalls für ihre böse Kunst einsetzen wollte.

Als die Götter letztendlich den wahren und bösen Charakter Gullveigs entdeckten und ihnen bewusst wurde, wohin diese bösen Mächte Menschen und auch Götter führen sollten, verurteilten sie die Riesin zum Tode. Da nur das Feuer eine reinigende Kraft hatte, sollte Angerboda verbrannt werden.

Es war jedoch nicht ganz einfach, ein Feuer zu entwickeln, das Angerboda auch erreichte, denn ihr Gift war so kalt wie der Raureif Muspelheims. Und selbst als es den Göttern endlich gelungen war, Angeboda zu verbrennen, so bemerkten sie nicht, dass das Herz der Riesin, das kälter war als alles was die Götter bisher kannten, nur angekohlt war und die bösen Kräfte behalten hatte.

Loke, der bei der Verbrennung Angerbodas ebenfalls anwesend war, blieb daher noch zurück, als die anderen Götter bereits nach Valhall oder ihre Wohnungen zurückkehrten und suchte in der Asche das Herz Angerbodas. Als er es fand, verschluckte er es, ohne zu wissen, welche Wirkung das Herz des Bösen in ihm haben konnte.
Copyright: Herbert Kårlin
 

torsdag, juni 02, 2011

Die Rolle von Ivaldes Söhne in der nordischen Mythologie

Nordische Mythologie Teil 23 - Ivalde und Ivaldes Söhne

Ivalde und seine Söhne bewachten den gesamten Fluss, der an der Quelle Hvergelmer entsprang und in dann Midgård von Jotunheim trennte. Sie waren Oden und den Asa-Göttern jedoch nicht nur über den Treueeid verbunden, sondern ihre Schwestern und Frauen waren auch Wesen der Natur und sorgten dafür, dass der Weltenbaum Yggdrasil immer grün blieb und die Bewohner Midgårds eine reiche Ernte hatten. Ivalde und seine Söhne standen dadurch auch durch persönliche Bande den Menschen in Midgård sehr nahe.

Der einzige Sohn Ivaldes, der sich wenig um die Bewachung kümmerte, war Valand, der sich fast ausschließlich in seiner Schmiede aufhielt, oft gemeinsam mit seinem Pflegesohn Frej. Hier entstanden daher sehr viele Schmuckstücke für die Götter und andere wertvolle Kunstwerke. Valand hatte sein ganzen Leben dem Schaffen von Kunstwerken gewidmet.

Vor allem Egil widmete sich dagegen ganz der Bewachung der Grenze. Er wohnte, zusammen mit seiner ersten Frau Groa in der prunkvollen, mit Gold verzierten Burg Ysäter, die direkt am Elivågor lag. In dieser Burg lebten auch einige der kriegerischsten Alfer. Da Egil und Groa lange Zeit ohne Kinder blieben, so nahmen sie zwei dieser Alfen als Pflegekinder an, den Jungen Tjalve und das Mädchen Raskva.

Egil war bekannt für seine Treffsicherheit und keiner seiner Pfeile verfehlte je sein Ziel. Dies brachte ihm den Beinamen Örvandel ein, was soviel wie Pfeilschütze bedeutet. Wenn Tor in das Grenzland kam, das Ivaldes Söhne kontrollierten, so wohnte er immer bei Egil und wurde zu einem seiner engsten Freunde. Wenn Egil unterwegs war, so wohnte seine Frau Groa auch oft in der Burg Trudvang, dem Heim Tors, wo sie immer willkommen war.

Das Grenzland Svitiod in dem Ivalde und seine Söhne wohnten, war auch bekannt als das goldene Land, da die nördlichen Flussbetten aus goldenem Sand bestanden. Ivalde war der erste, der über dieses Reich herrschte, dessen südlichster Teil das Svealand war. Im Norden herrschte Ivalde noch über das Skidlöparefolk, die Skridfinnarne (Skifinnen). So geschickt Egil mit Pfeil und Bogen war, so geschickt war Ivalde mit seinem Speer.
Copyright: Herbert Kårlin
 

lördag, maj 28, 2011

Oden, der bedeutendste Gott der nordischen Mythologie

Nordische Mythologie Teil 21 - Oden, der oberste Asa-Gott

Unter den Asa-Göttern, die an der höchsten Stelle des Weltenbaumes Yggdrasil ihre Welt hatten, war Oden der mächtigste Gott, nicht zuletzt, weil er als einziger vom Mjöd trinken durfte und dadurch neun Zauberrunen beherrschte.

Oden ist, seit er seit Auge gegen Wissen eintauschte, ein einäugiger Gott, warum er auch von den Menschen etwas gefürchtet wird. Nur in seinem eigen Heim unter den Einhärjar wirkt Oden ideal und ohne jedes äußerliche Fehl.

Oden kennt seine Schwächen und weiß, dass auch sein Lebenswandel nicht als Vorbild gelten kann und er daher von einem idealen Gott von Thron verstoßen werden kann. Sein eigener Sohn Balder erweist sich als unfehlbarer gerechter Gott, was einer der Gründe ist, warum das Verhältnis zwischen den beiden oft etwas angespannt ist.

Nachts jagt Oden auf seinem achtfüssigen Pferd Sleipner und gefolgt von den beiden Wölfen Gere und Freke durch die Lüfte, um das All von bösen Mächten, Kräften und Zaubern zu befreien, damit keine Krankheiten und kein Unglück auf Midgård fällt, die Welt der Menschen. Oden wird daher auch als der Beschützer der Erde betrachtet.

Oden ist jedoch nicht der einzige Steuermann der Erde und kennt daher auch nicht alle Bestimmungen, die Urd den einzelnen Menschen mit auf den Weg gegeben hat. Allerdings hat Oden die Macht und die Bestimmung über den Ausgang aller Kämpfe erhalten. Der oberste Gott entscheidet daher nicht nur über den Ausgang einer Schlacht, sondern auch darüber wer bei einem Kampf sterben muss. Urd hatte in diesen Fällen nur vorgesehen, dass die entsprechende Person ein Kämpfer wird und bei einer der Schlachten sterben nicht, nicht jedoch bei welcher.

Oden war auch der oberste Richter der Unterwelt und konnte über das Schicksal der Toten entscheiden. Hierzu folgte er zahlreichen Grundregeln und zeigte sich einsichtig. Er war nachsichtig, wenn es bei einem Paar zu einem Fehlschritt kam, aber nur so lange die Ehe damit nicht gefährdet wurde. Wer dagegen die Ehe aufs Spiel setzte, musste mit einer hohen Strafe rechnen. Oden verurteilte auch nicht den Genuss von Alkohol, aber auch nur so lange keine andere Person durch den Trinkenden zu Schaden kam. Er bewegte sich auch viel unter den Menschen, und strafte dabei den Hartherzigen und belohnte den Barmherzigen. Oden hasste Feigheit und verurteilte den Übermut. Jemand, der die Armut einer ungerechten Arbeit vorzog, konnte mit seinem Wohlwollen rechnen, nicht aber jener, das durch seine unüberlegten Handlungen anderen das Verderben brachte.
Copyright: Herbert Kårlin
 

tisdag, maj 24, 2011

Die neun Welten der nordischen Mythologie

In der nordischen Mythologie findet man neun Welten, die miteinander verflochten sind, auch wenn einige dieser Welten bereits existierten bevor göttliches oder menschliches Leben dort seinen Platz fand. Einige unter ihnen überstehen auch Ragnarök, den Weltuntergang, was bedeutet, dass die Geschichte der Welten auch neu beginnen kann das zu einem anderen Ergebnis führt.

Zu den ältesten Welten, die auch für die Entstehung jedes Lebens verantwortlich sind, gehören Nifelheim, das Reich der eisigen Kälte und des Raureifs und Muspelheim, das Reich der funkensprühenden Hitze, die ursprünglich durch das Chaos Ginnungagap, die Leere, getrennt waren.

Die Welten, die in der nordischen Mythologie die Hauptrolle einnehmen, sind Asgård, die Welt der Götter, Midgård, die Welt der Menschen und Jotunheim, die Welt der Riesen. Alle bedeutenden Auseinandersetzungen finden zwischen diesen drei Welten ab, wobei Midgård allerdings in keinerlei Handlung eingreifen kann, sondern ein Spielball von Göttern und Riesen ist.

In der „Unterwelt“ schließlich findet man Vanaheim, die Welt der Vanagötter, Helheim, die Welt der unrühmlich Verstorbenen, zu der auch Mimers und Urds Reich gehören, sowie Alfheim, die Welt der Lichtelfen und Svartalfheim, die Welt der Alven und Zwerge.

Die Verbindung zwischen diesen Welten übernehmen die Asagötter, die auch zuständig für Midgård sind und die menschheit geschaffen haben.
Copyright: Herbert Kårlin
 

måndag, maj 23, 2011

Heimdall teilt die Gesellschaft ein

Nordische Mythologie Teil 19 - Heimdall und die drei Stände

Eines Tages wanderte Heimdall auf kleinen Wegen Richtung Meer bis er an eine kleine Stuga kam in der Ae und Edda wohnten. Er wurde gastfreundlich aufgenommen und blieb drei Tage bei diesem Paar. Neun Monate später kamen bei Ae und Edda, die von den Gaben anderer abhängig waren, ein Sohn auf die Welt, der den Namen Träl erhielt.

Anschließend besuchte Heimdall Aves und Amma, die in einem gepflegten Haus wohnten. Auch hier blieb der Gott drei Tage zu Gast. Und nach neun Monaten bekamen auch Aves und Amma einen Sohn, den sie Karl nannten.

Nach diesem Aufenthalt besucht Heimdall noch die Stammeltern Midgårds, die auf einem groß angelegten Gut wohnten und die wichtigsten Geschlechter der nordischen Mythologie als Nachfolger hatten. Auch hier wohnte der Gott drei Tage lang, und wieder wurde nach neun Monaten ein Sohn geboren, ein Kind mit blonden Locken, rosa Wangen und wagemutigem Blick. Dieses Kind wurde später der Führer und Richter der Menschen in Midgård. Dieses Kind wurde unter den Menschen später unter dem Namen Sköld-Borgar (= Verteidiger-Beschützer) bekannt.

Auf diese Weise hatte Heimdall die drei Stände geschaffen: Die Unfreien, die Bürger und die Hochgeborenen. Der Gott hatte bestimmt, dass die drei Kinder Halbgeschwister waren, die sich immer mit Anstand und Wohlwollen treffen sollten, auch wenn ihre Schicksale getrennter Wege gingen.

Auch als Heimdalls Aufgabe in Midgård erledigt war, so lebte er noch lange unter den Menschen und nahm auch die Bürde auf sich zu altern und schließlich zu sterben. Er hatte jedoch bestimmt, dass seine sterblichen Reste zur gleichen Stelle gebracht werden sollten, an der er einst als kleines Kind ankam.

Obwohl Heimdall im Winter starb, folgten die Menschen seinem Wunsch und trugen ihn zurück zur Bucht, an der sie ihn einst fanden. Zu ihrem großen Erstaunen kam mit ihnen auch das prächtige Boot mit dem der Gott einst ankam, gleichzeitig zur Bucht, überzogen von Raureif und Eiskristallen.

Die Menschen betteten Heimdall in das Boot und umgaben ihn mit zahlreichen Schmuckstücken, die ihren Dank an ihn ausdrücken sollten. Als das Boot mit ihren Wertgegenständen gefüllt war, legte es los und verschwand bald im Dunst der Ferne.

Das Boot mit Heimdall kehrte zurück nach Vanaheim, wo aus den sterblichen, menschlichen Resten ein strahlender Jüngling entstand, der unmittelbar von Oden in Asgård aufgenommen wurde und damit Teil seiner Familie ward. Gleichzeitig wurde sein letztgeborener Sohn Sköld-Borgar der Führer und der Richter der Menschen in Midgård.
Copyright: Herbert Kårlin

fredag, maj 20, 2011

Heimdall als Lehrer in Midgård

Nordische Mythologie Teil 18 - Heimdalls Unterricht

Da die Bewohner Midgårds nicht wussten woher Heimdall kam, er jedoch eine Gerbe mit sich führte, deren Wert sie hoch einschätzten, nannten sie ihn Chef (Skef). Der Götterbote, den sie Chef genannt hatten, begann bereits in sehr jungen Jahren die Menschen in allen notwendigen Künsten zu unterrichten.

Er lehrte sie bereits zu Beginn die landwirtschaftliche und die handwerkliche Kunst, sowie die Zeitrunen und die Ewigkeitsrunen. Die Zeitrunen beinhalteten die weltlichen Wissenschaften und die Ewigkeitsrunen das religiöse Streben und die göttliche Geschichte. Auf Grund seines großen Könnens machten die Menschen Heimdall bereits als jungen Mann zu ihrem Lenker, zum Steuermann von Midgård. In dieser Zeit bekam er von ihnen den Namen Rig, das Oberhaupt.

Heimdall lehrte die Menschen pflügen, backen, die Handwerke, schmieden, spinnen, weben, Runen lesen und in Stein schlagen, aber auch zu reiten, Tiere zu zähmen und gesellschaftliche Bande zu knüpfen und Gemeinschaften zu gründen. Er lehrte ihnen auch Häuser zu bauen und Pfeil, Bogen und Speer zu verwenden, sowohl für die Ernährung als auch zur Verteidigung von gefährlichen Tieren.

Der göttliche Lehrer erklärte ihnen die Rolle der Nornen und wie sie ihr Leben führen mussten, wenn sie das Wohlwollen der Götter behalten wollten. Von Heimdall erfuhren die Menschen in Midgård auch die Namen der verschiedenen Götter und ihre Rolle im weltlichen Geschehen. Er erlaubte ihnen anschließen für die Götter Altäre und Tempel zu errichten und lehrte ihnen Gebete, die die Götter hören konnten.

Als bedeutendste Errungenschaft bot er ihnen schließlich noch den Feuerbohrer, der den Menschen die Möglichkeit gab das Feuer zu beherrschen, das vor seiner Ankunft nur Angst und Schrecken verbreitet hatte, da der Blitz mehr zerstörte als ihnen half.
Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, maj 17, 2011

Der Lehrer der Menschen in Midgård

Nordische Mythologie Teil 17 - Der Lehrer der Menschheit kommt an

Die Götter wählten den Gott des Feuers zum Lehrer der Menschheit als dieser gerade erst ein Baby war. Heimdall, der neun Mütter hatte, gilt allgemein als Gott der Vaner, da er in der Unterwelt, dem Reich der Vaner geboren war, auf der anderen Seite des Weltenmeers.

Damit Heimdall auch seiner Aufgabe gewachsen war, wurde er mit Stärke, Weisheit und Ausdauer ausgerüstet. Dies geschah, indem das Baby das Wasser der drei Quellen der Unterwelt zu trinken bekam, die auch den Weltenbaum Yggdrasil nährten.

Urds Quelle, die ein Wasser führt, das wie Silber glänzt und auf dem weiße Schwäne schwimmen, verlieh Heimdall alle Kraft, die auch die Welten stärkte und gedeihen ließ. Mimers Quelle, die auch das Mjöd der Götter lieferte, verlieh dem Knaben Weisheit, Vernunft und die Gabe der dichterischen Sprache. Die eisige Quelle Hvergelmer dagegen gab ihm die Härte und die Ausdauer, die seine Aufgabe erforderte.

Nachdem Heimdall mit den drei Gewässern genährt war, wurde ihm am Strand von Vanaheim ein Boot zurechtgemacht, das ihn nach Midgård führen sollte. Während der Junge noch schlummerte, wurde das Boot prachtvoll geschmückt, wobei neben Heimdall eine Getreidegerbe, ein Feuerbohrer, Werkzeug, Waffen und Geräte für verschiedene Handwerke gelegt wurden.

Daraufhin wurde das kleine Boot, das von zwei Schwänen gezogen wurde, ins Wasser geschoben um den Weg zu nehmen, den Urd vorbestimmt hatte. Alle Schwäne, die man später in Midgård fand, kommen von diesem Paar, das ursprünglich in der Unterwelt an Urds Quelle lebte.

Eines Tages sahen dann die Menschen, die am Strand von Aurvangalandet standen, das Boot in einer Bucht ankommen und fanden in ihm ein schlafendes Kind und viele unbekannte Gerätschaften von denen sie nicht wussten wozu sie dienten. Sie nahmen den Kleinen in ihrer Gemeinschaft auf und pflegten ihn mit Liebe und Zärtlichkeit. Die Gerätschaften nahmen sie ebenfalls mit, da sie dachten, dass sie sicher einen Nutzen hatten, wenn sie mit dem Boot ankamen.
Copyright: Herbert Kårlin
 

måndag, maj 16, 2011

Die Wölfe Hate und Skoll der nordischen Mythologie

Hate und Skoll waren zwei riesige Wölfe, die im Järnskogen als Söhne von Fenrisulven geboren waren, dem gefährlichsten und größten Wolf der nordischen Mythologie, der wegen seiner Gefährlichkeit von den Göttern in Jotunheim angekettet war.

Hate verfolgte Sol, die Sonne, und Skoll Måne, den Mond, während ihrer Reise über das Firmament um wollen die beiden auffressen, damit die Dunkelheit über Midgård fällt und die Götter die Welt der Menschen nicht mehr schützen können.

Erst bei Ragnarök gelingt es jedoch Hate und Skoll Sonne und Mond einzuholen und beide zu verschlingen. Gleichzeitig werden auf allen Welten des Weltenbaumes Yggrasil bereits die letzten Kämpfe geführt, die schließlich zum Weltuntergang führen.   
Copyright: Herbert Kårlin
 

lördag, maj 14, 2011

Die Menschheit vermehrt sich in Midgård

Nordische Mythologie Teil 15 - Wie die Menschen sich vermehren

Was mit den ersten Menschen in Midgård geschah, dass sie sich aus dem Samen des Yggdrasil entwickelten, wiederholte sich gewisser Weise auch in aller Zukunft, denn der Grundstoff des Menschen befand sich in allen Blumen und Früchten, die Yggdrasil auf Midgård trug.

Sobald die Früchte reif waren, fielen sie vom Baum in die Fensalar, in das Land, das Höner und seiner Tochter Frigge gehört. Diese Früchte wurden unmittelbar von Storkarne, einem Vogel Höners, der auch Langbein (Långben) genannt wurde, aufgesammelt und zu jenen menschlichen Frauen getragen, die sich nach einem Kind sehnten, das sie zärtlich in den Armen halten und aufwachsen sehen wollten.

Bevor diese Kinder jedoch zu ihren Müttern kamen, verlieh ihnen Lodur noch die gleichen Fähigkeiten, die er bereits Ask und Embla gegeben hatte, nämlich die Bewegung, warmes Blut und einen göttlichen Charakter. Höner gab ihnen eine Seele mit und Oden den Geist.

Allerdings konnten die Götter den Kindern keine Schicksale verleihen, die auch zu den wartenden Müttern passten. Diese Aufgabe hatte die Schicksalsgöttin Urd, die nicht nur jedem Kind sein vorgegebenes Schicksal mit auf den Weg gab, sondern auch entschied, zu welcher Frau auf Midgård dieses Schicksal passte.

Da es immer mehr Kinder gab, die ein Schicksal benötigten und Mütter suchten, konnte Urd diese Aufgabe nicht mehr allein erledigen und hatte daher Dienerinnen, die ihr bei dieser Aufgabe halfen. Diese Dienerinnen, ebenfalls Nornen wie Urd, kamen aus den verschiedensten Geschlechtern. Einige unter ihnen gehörten zu den Aser, andere den Alfer und die dritten waren Töchter von Dvalin, einem Sohn Mimers.

Alle Menschen wurden auf die gleiche Weise geboren und waren Früchte des Yggdrasil, besaßen die Gaben von drei Göttern und wurden zu einer Familie gebracht, deren gemeinsames Schicksal von Urd bestimmt war. Urd gab auch jedem Neugeborenen eine Norne mit auf den Lebensweg, die wie ein Schutzengel über den Menschen wachte und damit garantierte, dass das Leben nach der Bestimmung verlief.

So bekamen auch Ask und Embla Kinder und ihre Nachkommen vermehrten sich im fruchtbaren Aurvangalandet. Allerdings kannten Ask und Embla und deren Nachkommen kein Feuer, sie hatten kein Saatkorn und sie wussten nicht wie man Erze aus dem Boden gewinnen konnte. Sie hätten jedoch auch nicht gewusst wie man diese Erze zu Schmuck verarbeitet.

Es gab auch keine Gesetze in Aurvangalandet, die zu Beginn der menschlichen Welt Midgård auch nicht nötig waren, und die einzigen Götter, die ihnen bekannt waren, waren Oden, Höner und Lodur.

Gesetze benötigten die ersten Menschen nicht, da das Böse und die Verführung noch nicht nach Midgård gekommen waren. Die Menschen waren daher gutherzig, jedoch auch gutgläubig und leicht in die Irre zu führen. Um die Menschen gegen das Böse zu schützen, schickten die Götter Lehrer zu ihnen, die die guten Anlagen fördern und pflegen sollten. Gleichzeitig sollten diese Lehrer ihnen auch Bildung geben und sie an die Götter binden, die sie geschaffen hatten.
Copyright: Herbert Kårlin
 

fredag, maj 13, 2011

Die ersten Menschen in Midgård

Nordische Mythologie Teil 14 - Menschen bevölkern Midgård

Als Oden, Höner und Lodur eines Tages in ihrer Schöpfung Midgård unterwegs waren und sich der Schönheit dieser Welt erfreuten, fanden sie plötzlich, dass etwas fehlte, denn so schön Midgård auch war, es gab keine lebenden Wesen in ihrer neuen Welt. Wer sollte sich an der Schönheit Midgårds erfeuen und ihnen für die Herrlichkeit danken, die sie geschaffen hatten?

Die drei Götter wanderten in ihren Gedanken weiter und kamen zum Ufer des Nordmeeres, in eine Gegend, die Aurvangaland hieß und den südlichsten Teil des skandinavischen Halbinsel ausmacht. Dort standen zwei Bäume nahe beieinander, eine Ask (Esche) und eine Embla (Ulme).

Als die Götter diese beiden Bäume sahen, so kamen ihnen unmittelbar der Gedanke diese beiden Bäume zu Menschen zu machen. Lodur zog die Esche und die Ulme aus der Erde, so dass die Wurzeln frei lagen und gab ihnen die Möglichkeit sich nach eigenem Willen zu bewegen, Gleichzeitig verwandelte er den Saft der Bäume in rotes Blut und gab den Bäumen das gleiche Aussehen, das die Götter hatten.

Als Lodur damit fertig war, gab Höner ihnen das menschliche Bewusstsein, einen Willen und die fünf Sinne, damit sie bewusst leben konnten. Als auch dies geschehen war, gab ihnen Oden noch den Geist und die menschliche Seele. Damit waren die ersten beiden Menschen in Midgård geschaffen, Ask und Embla.

Als nun die ersten beiden Menschen völlig nackt vor den Göttern standen, so fühlten sie sich trotz ihrer Schönheit unsicher, was Oden sofort spürte. Er nahm daher seine eigenen prunkvolle Kleidung und bekleidete damit Ask und Embla, die sich damit selbst stattlich und schön fanden.
Copyright: Herbert Kårlin
 

tisdag, maj 03, 2011

Friedliches Leben in der Urzeit

Nordische Mythologie Teil 12 - Welten ohne Krieg

Eines Tages war Midgård mit all seinen Gewässern, Bergen, Pflanzen und Bäumen fertig und lag wie eine Puppenstube zu Füßen der Asa-Götter, denen das Werk überaus gefiel. Die Mächte aus Jotunheim mit ihren Frösten, Trockenzeiten, Wirbelwinden und Überschwemmungen hielten sich noch fern von Midgård und wagten es nicht ein Werk der Götter zu stören.

Die Geschlechter Ymers, die sich nach Jotunheim retten konnten, waren noch wenig zahlreich und wurden von den Götter freundlich behandelt, so dass die Welten ihren gleichmäßigen und ruhigen Gang gehen konnten. Eine Jahreszeit nach der anderen ging vorbei, die Weltenmühle Grotte schuf fruchtbare Erde, die wie Gold glänzte und spielte dabei die angenehmsten Töne. Und der Polarstern stand im Zentrum des Himmels, der sich zu jener Zeit noch nicht zur Seite geneigt hatte.

Um der Welt den ewigen Frieden zu garantieren, beschlossen die Asa-Götter, dass sich aus allen Welten jemand mit einem Gott verheiraten sollte. Diese Mischehen sollten die Freundschaft zwischen allen Geschlechtern aufrecht halten.

Vanaheim schickte daher den Gott der Vaner, Njord, nach Asgård, der unmittelbar in das Geschlecht der Aser aufgenommen wurde und mit ihnen wohnte, auch wenn er häufig seine Familie in der Burg Noatun besuchte, die hinter dem Westmeer an einem Strand lag, wo die Schwäne lebten und die Vaner mit ihrem Gesang erfreuten.

Oden selbst verheiratete sich mit Njords Schwester Frigg, wobei Njord und Frigg die Kinder Natts waren, die wiederum die Tochter von Mimer war. Mit Mimer tauschte Oden Geschenke, die ein Zeichen der ewigen Freundschaft waren, die weder von Mimer noch von Oden je gebrochen wurde.

Von den Alver, die von Ivalde und seinen Söhnen geleitet wurden, verlangte Oden den Treueeid,  was ihm unmittelbar gewährt wurde. Und selbst Jotunheim schickte Gullveig und Loke nach Asgård, wo Gullveig in Friggs Hofstaat aufgenommen wurde.

Loke dagegen, der immer an seinen eigenen Vorteil dachte, war ein Heuchler und zeigte sich daher immer so hilfsbereit, dass er selbst von Oden nicht durchschaut wurde, sondern dieser eine enge Freundschaft zu ihm verspürte, mit ihm Blut tauschte und Loke sogar versprach nur dann Mjöd zu trinken, wenn auch Loke welches erhielt.

Oden schickte jedoch auch zwei seiner eigenen Nachkommen nach Jotunheim, wo sie als Pflegekinder von Vingner und seiner Frau Lora aufgenommen wurden. Erst schickte er Tyr, einen Sohn, der er mit einer Riesin hatte und der später der Gott der Kämpfer wurde, später auch Tor, den Sohn, den er zusammen mit Frigg hatte.
Copyright: Herbert Kårlin
 

torsdag, april 28, 2011

Asgård und Valhall, die Welt der Götter

Nordische Mythologie Teil 11 – Valhall und Asgård

Asgård befand sich nach der nordischen Mythologie an der höchsten Stelle des Weltenbaumes Yggdrasil. Mitten in die grünen Haine dieser Landschaft bauten die Künstler der Urzeit Valhall, das Gebäude, in dem die Götter wohnen sollten.

Zu Valhall gehörte der Aussichtsturm Lidskjalf, von dem aus die Aser sowohl Midgård, die Welt der Menschen, als auch Jotunheim, die Welt der Riesen überwachen konnten. Von der Spitze des Turmes konnten sie selbst die Ränder der Scheibe der Unterwelt sehen, da die Unterwelt die größte Scheibe ist, dessen Rand sich unter freiem Himmel befindet.

Auf diesem von Asgård aus sichtbaren Gürtel der Unterwelt wohnen die Vaner und die Alfer, wobei die Vaner auf der westlichen Seite der Scheibe leben und die Alfer auf der östlichen.

Die Unterwelt wird häufig auch Jormungrund genannt, was soviel wie großer Grund bedeutet, da die Unterwelt größer ist als die anderen Welten.

Da Oden von Lidskjalf aus nur den Rand von Jormungrund sehen kann, schickt er seine beiden Raben Hugin und Munin jeden Morgen in die Unterwelt. Bei ihrer Rückkehr am Abend berichten sie ihm alles, was sie dort sahen und hörten und bieten ihm so auch einen Überblick über die Geschehnisse und Pläne in Jormungrund.

Über Asgård breitet Yggrasil immergrüne Zweige, die nur von den Aser-Göttern gesehen werden können. Auf diesen Zweigen wachsen zahlreiche Früchte von denen sich die Götter ernähren und die ihnen die Unsterblichkeit geben.

Wenn die Aser zur Unterwelt wollen, so benutzen sie grundsätzlich die Brücke Bifrost, da dies schneller geht als auf Pferden durch das Luftmeer zu reiten, denn zum einen können Pferde nicht so schnell reiten und zum anderen sind dort starke Luftströme, die jede Reise verlangsamen und unsicher machen.

Hoch über Yggdrasil, im Weltraum, findet man noch die Himmelsgewässer, die durch die Verdunstung von Meer und Seen entstehen. Die Wasser stoßen dort auf den „schwarzen Schreckglanz“, einen Stoff, der den Gewitterwolken die dunkle, metallische Farbe gibt. Dieser Stoff kann sich auch entzünden und wird dadurch zu zigzagförmigen Geschossen, die jedes Ziel, das sie aussuchen, treffen.

Die Stelle an der sich die Himmelsgewässer treffen wird Eiktyrner genannt, was in etwa Eichenstecher bedeutet, da die Blitze, die hier in den Gewitterwolken entstehen, sehr häufig die Eichen in Midgård treffen. Von Eiktyrner stürzt auch ein Fluss in die Tiefe, der Asgård von der Sicht der Menschen schützt.

Über diesen Fluss führt eine Fallbrücke, die ebenfalls die Urzeitkünstler geschaffen haben. Hierbei handelt es sich um die berühmte Asgårdspforte, die ein wahres Kunstwerk ist und von Menschen nicht überschritten werden kann.

Auf der Spitze des Yggdrasil, noch über Asgård, wohnt der Hahn Gullenkamme mit seinem goldenen Kamm, der ein Symbol für die Wachsamkeit der Götter ist und ein Zeichen dafür, dass die Welten unbekümmert ihrem Lauf folgen können.

Copyright: Herbert Kårlin

lördag, april 23, 2011

Bifrost, die Brücke der Götter

Bifrost ist in der nordischen Mythologie die Brücke, die die Welt der Götter, Asgård, mit der Unterwelt an den Wurzeln des Yggdrasil verbindet und am Rande von Midgård, der Welt der Menschen, vorbeiführt. Die Götter steigen jeden Tag über die Brücke zur Unterwelt um dort Ting zu halten, also wichtige Fragen zu diskutieren und Recht zu sprechen.

Bifrost bezeichnet die „flammende“ Brücke, die von Heimdall mit seinem Hjallerhorn bewacht wird und aus drei Farben besteht. Daher wird diese Brücke auch oft als Regenbogen oder Winterstraße bezeichnet. Irrtümlich wird die Brücke bisweilen auch als Weg zwischen Midgård und Asgård bezeichnet, dem Weg zwischen Himmel und Erde, aber tatsächlich ist sie, wie der Regenbogen, außer Reichweite der Menschen.

Bifrost ist einer der Begriffe der nordischen Mythologie, die für jede Art von Aktivitäten übernommen wurden. Außer der letzten dänischen Flower Power Gruppe, gibt es in Mölndal einen Stadtteil Bifrost, ein isländische Pferdeart wurde nach der Brücke benannt, Künstler nennen Werke nach Bifrost und selbst ein gefährlicher Trojaner nennt sich Bifrost.
Copyright: Herbert Kårlin
 

tisdag, april 19, 2011

Midgård, die Welt der Menschen

Midgård (Mittel-Welt) ist nach der nordischen Mythologie die Welt der Menschen, die sich auch in der Mitte der Welt, also des Baumes Yggrasil befindet. Im Zentrum von Midgård, auf einer Anhöhe, findet man die Ebene Idavallen aus der der Stamm des Weltenbaumes Yggdrasil hervorragt und wo sich die Welt der Götter, Asgård (Götter-Welt), befindet.

Die Erde Midgård wird vom Weltenbaum, und den Gewässern von Hvergelmer, die durch die Weltenmühle Grotte fliessen, aufrecht erhalten und ernährt. Von Midgård durch reissende Wasser und einem Gebirge, das aus den Augenbrauen Ymers entstand, getrennt, liegt Jotunheim mit Utgård (Aussen-Welt), das Reich der Riesen und der bösen Kräfte.

Die gesamte Bevölkerung Midgårds sind die Nachfolger von Ask und Embla, den ersten beiden Menschen der nordischen Mythologie, die von Oden, Höner und Lodur aus zwei Bäumen am Strand geschaffen wurden.

Midgård hat seit Jahrunderten zahlreiche Menschen inspiriert was dazu führte, dass Schulen, Reitställe, Firmen, aber auch Krankenhäuser sich nach Midgård benannt haben. Noch 2003 produzierte auch die schwedische Fernsehstation TV4 eine Parodie auf die Wikinger, die sich „Hem till Midgård“ nannte.

Allerdings wurde Midgård ebenfalls von extrem rechten Musikgruppen wie „Midgårds Söner“, die in ganz Europa bei rechtsextremen Veranstaltungen spielten, gerne aufgenommen. Die Musikgruppe hat sich mittlerweile aufgelöst. Der Sänger Patrik ”Nitton” Asplund hat sich von der rechten Bewegung losgesagt und ein Buch über diese Entwicklung geschrieben.
Copyright: Herbert Kårlin
 

fredag, april 15, 2011

Jotunheim, die Welt der Riesen

In erster Linie war Jotunheim in der nordischen Mythologie die Welt der Riesen in der sich die düstere Burg Utgård und der Järnskogen befanden. Jotunheim, eine der neun Welten des nordischen Altertums, ist jedoch auch das Zuhause aller bösen Wesen, aller Feinde der Menschen und der Götter. Neben den Riesen lebten hier Trolle und Tiere, deren Ziel es war, das Ragnarök herbeizuführen oder die Welt der Götter zu zerstören.

Jotunheim war sowohl von Midgård als auch von Asgård durch Wasser getrennt, das nie frieren konnte und damit die Riesen zwang in der eigenen Welt zu bleiben. Im Järnskogen lebten die gefährlichsten Wesen der nordischen Mythologie, so die Riesin Angerboda, die Zwietracht zwischen Asar und Vaner säte. Und dort lebten die Wölfe Hate und Skoll, die auf der Jagd nach Sonne und Mond waren.

Nicht nur das karstige Jotunheim in Norwegen wurde nach der Welt der Riesen benannt, sondern auch Computerspiele, mehrere Comics behandeln das Thema und Julius Röntgen nannte einer seiner Suites „Aus Jotunheim“. Auch eine der bedeutenderen Black Metal Band Schwedens gaben sich den Namen dieser Welt des Grauens, wobei ihre Titel wie „Allt Levande Dött“ auch den Geist von Jotunheim ausdrücken.
Copyright: Herbert Kårlin
 

lördag, mars 26, 2011

Midgårdsormen oder Jörmungandr, das Band um die Erde

Midgårdsormen oder Jömungandr (der riesige Stab) ist eine Schlange in der nordischen Mythologie, die dem Geschlecht der Riesen angehört und ist eines der Kinder von Loke und Angerboda. Seine Geschwister sind Hel, Fenrisulven, Narfe ond Sleiper, alles Wesen, die eine wichtige Rolle in der vornordischen Zeit einnahmen. Wegen seiner Länge wird die Schlange Midgårdsormen oft auch als das Band der Erde bezeichnet.

Ursprünglich wohnte Midgårdsormen mit seinen Eltern und Geschwistern in Asgård, dem Reich der Götter. Als jedoch die Schlange immer größer und länger wurde, wollte Oden sie los werden. Er warf sie daher in das Weltenmeer, den unendlichen Ozean, wo sie bis Ragnarök verblieb. Als Oden sie ins Wasser warf, war Midgårdsormen bereits so lang, dass sich die Schlange rund um Midgård, das Reich der Menschen, legen konnte und sich dabei auch noch in den Schwanz beißen konnte.

Der Donnergott Tor trifft die Schlange Midgårdsormen dreimal während seines Lebens. Einmal, als die Schlange noch klein war und er sie in die Luft hob, in der Annahme, dass es sich um eine Katze handelte, ein zweites Mal, als er mit Hymer zum Fischen auf See war und er Midgårdsormen mit seinem Hammer Mjölner töten wollte, aber von Hymer daran gehindert wurde. Und ein drittes Mal bei Ragnarök, wo beide gegeneinander kämpfen und sich schließlich gegenseitig töten.

Midgårdsormen gehört bis heute zu den Figuren der nordischen Mythologie, die Schauspieler und Musiker inspirieren, aber auch viele Künstler anregen. Es gibt zahlreiche Skulpturen und vor allem Schmuckstücke, die Midgårdsormen genannt werden. Erst 2010 schufen Henrik Hallgren und Sabina Henriksson ein musikalisches Theaterstück mit dem Namen „Ur Tor & Midgårdsormen“.

Copyright: Herbert Kårlin
 

torsdag, mars 17, 2011

Ask und Embla, die ersten Menschen

Nach der nordischen Mythologie sind nicht Adam und Eva, sondern Ask und Embla die ersten beiden Menschen. Auch wenn manche Parallelen zwischen den beiden Paaren existieren, so entstanden Ask und Embla ohne jeden christlichen Einfluss.

Ask, der erste Mann, und Embla, die erste Frau wurden natürlich von Oden (Odin) geschaffen, der hierbei jedoch zwei Helfer hatte, nämlich Höner und Lodur, wobei letzterer auch oft als Vile oder Ve bezeichnet wird.

Oden fand der Legende nach, als er gemeinsam mit seinem Ratgeber Höner und dem nordischen Gott Lodur am Strand entlang ging, zwei Baumstämme, eine Esche und eine Ulme. Indem Oden den Eschenstamm zum Mann schnitzte, gab er ihm den Atem, also das Leben, und das gleiche geschah mit der Ulme, die zur Frau wurde.

Höner, der Berater Odens verlieh den beiden Gestalten den Verstand und die Fähigkeit sich zu bewegen. Und Ludur schenkte dann Ask und Embla die sieben Sinne und Gefühle. Als Geschenk erhielt das Paar von Oden Midgård, die Welt der Menschen, die sie mit ihren Nachkommen bevölkern sollten.

Auch wenn die Christianisierung Schwedens diese Schöpfungsgeschichte, wegen der Parallelen, versuchte mit einem christlichen Einfluss zu erklären, so muss man bedenken, dass die Entstehung von Ask und Embla in die Gesamtheit der nordischen Mythologie eingebettet ist, denn Ask (die Esche) repräsentiert auch Yggdrasil, den Weltenbaum, der den Kosmos verkörpert.

Wie viele Figuren aus der nordischen Mythologie, so findet man auch Ask und Embla in Form von zahlreichen Kunstwerken und Skulpturen in Schweden. Sehr viele Kindergärten, Kinderhorte und Vereine nennen sich ebenfalls nach den beiden ersten nordischen Menschen, aber selbst mehrere Produkte des Landes übernahmen Ask und Embla.

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onsdag, mars 16, 2011

Hugin und Munin, die beiden Raben Odens

Hugin und Munin sind die beiden Raben des nordischen Gottes Oden, der im Deutschen im allgemeinen Odin genannt wird. Dank der beiden Raben ist Oden oder Odin der weiseste Gott der nordischen Mythologie und kann die Schritte von Menschen und Göttern vorhersehen.

Hugin kommt vom altnordischen Wort huga, was denken bedeutet und Munin stammt von muna, sich erinnern, ab. Die beiden Namen drücken daher bereits die Fähigkeiten der beiden Raben aus. Hugin (der Gedanke) denkt über alles nach was er sieht und zieht seine Schlusssätze und Munin (die Erinnerung) erinnert sich an alles, was er gesehen hat. Gemeinsam tragen sie dadurch das universelle Wissen zu Oden.

Nach der Sage verlassen Hugin und Mugin jeden Morgen ihren Herr um über Asgård (Asgard oder Asgaard) und Midgård (Midgard) zu fliegen, also die Welt der Götter und die Welt der Menschen. Wenn die beiden Raben dann am Abend zu Oden zurückkehren, berichten sie ihm alles was sie gesehen und gehört haben. Dadurch ist der Gott über jeden Schritt und jeden Plan der Götter und Menschen informiert, was ihn zum allwissenden Gott macht.

Raben werden auch in der nordischen Mythologie als magische Wesen betrachtet, die unter anderem die Wahrheit von der Lüge unterscheiden können. Sie tauchen daher in unterschiedlichster Weise in der Mythologie auf und gelten als Tiere mit einem großen Verstand. Noch heute erinnern unzählige Firmennamen und Bauten, vor allem Schulen und Universitäten, an die beiden Raben der nordischen Mythologie und verbinden sie damit mit der schwedischen Gegenwart.

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