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onsdag, maj 11, 2011

Loke, der Verräter der nordischen Mythologie

Loke spielt, neben Oden und Tor, eine der wichtigsten Rollen in der nordischen Mythologie, zumal er lange Zeit als Freund der Götter und Menschen auftritt und vor allem, weil er die Götter aus mehr als einer Notlage rettet. Später nimmt sein Charakter des Riesengeschlechts die Oberhand und er wird der bedeutendste Feind von Göttern und Menschen.

Loke war der Sohn der beiden Riesen Farbaute und Laufey, seine Brüder hießen Byleist und Helblinde. Loke, der mit Oden die Blutsbrüderschaft eingegangen war, wurde nach Balders Tod jedoch der größte Feind Odens. Deshalb wurde er bis Ragnarök mit den Därmen seines Sohnes Narfe, die sich in Eisen verwandelten, auf drei spitzen Steinen festgebunden. Über seinem Kopf befand sich eine Giftschlange, die ihr Gift in die Aufen Lokes tropfen ließ, das jedoch fast immer von seiner Frau Sugyn in einer Schale aufgefangen wurde. Wenn sie jedoch die Schale leerte und dadurch ein Tropfen des Giftes in die Augen Lokes kame, so wand er sich vor Schmerzen und verursachte die Erdbeben.

Loke hatte die Gabe sich jederzeit in alle Gestalten verwandeln zu können und war in der Lage selbst sein Geschlecht zu ändern. Dies war auch der Grund, warum er in Form eines Hengstes Odens achtfüßiges Pferd Sleipner zeugen konnte.

Loke hatte drei Söhne, zwei mit seiner Frau Sigyn, die die Namen Vale und Narfe erhielten und zwei Kinder mit der Riesin Angerboda: Fenrisulven, der bei Ragnarök Oden verschlingen soll und die Midgårdsormen, die beim Untergang der Welten Tor und Hel töten wird.

Loke lebt, wie fast alle Namen der nordischen Mythologie, weiter in Form von Firmennamen, Pferdeställen, einer Zeitschrift, einem Fußballklub und natürlich als Vorname, wobei sich hier Loke (Nyberg) besonders hervorhebt, einer der bedeutendsten Liedermacher Schwedens der Gegenwart.
Copyright: Herbert Kårlin
 

söndag, april 10, 2011

Utgård, die Burg der Riesen und der bösen Mächte

Utgård ist eine finstere Burg in Jotunheim, das von Midgård, dem Reich der Menschen, durch den reißenden Fluss Elivågor getrennt ist. In dieser Burg treffen sich überwiegend Riesen, böse Kräfte und Trolle, die sich als Feinde der Götter und Menschen zeigen. Im Gegensatz zu den Reichen Midgård und Asgård herrscht in der Burg Utgård, wie in ganz Jotunheim, das Chaos.

Auf Utgård werden oft rauschende, aber düstere Feste gefeiert in denen Zauberei eine bedeutende Rolle spielt. Als die Götter Tor und Loke mit dem Jungen Tjalve einmal Utgård besuchen, werden sie zu Zweikämpfen herausgefordert, die sie verlieren müssen, da die drei nicht in der Lage sind die verborgene Zauberei der Riesen zu entdecken. So bestreitet Loke einen Essenswettkampf gegen das Feuer, Tor trank aus einem Horn, das im Meer endete und Tjalve musste gegen die Gedanken zur Wette laufen.

Auch die Burg Utgård hat bis heute seine Spuren in Skandinavien hinterlassen, denn sowohl in Norwegen als auch in Schweden findet man mehrere Orte Utgård, zahlreiche Straßen wurden nach der schaurigen Burg benannt und auch als Familienname Utgård ist in Schweden geläufig.
Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, april 05, 2011

Der Riese Surt und das brennende Schwert

Surt ist in der nordischen Mythologie der Herrscher von Muspelheim, das im Süden von Ginnungagap lag und das Reich der Hitze war, das, wie Nifelheim, bereits vor der Entstehung der Welt existierte.

Surt war der Stammvater und der mächtigste Riese unter den Feuer-Riesen der Vorzeit, der alle Feuer beherrschte und ein brennendes Schwert trug, das stärker strahlte als die Sonne. Surt geht mit diesem Schwert während Ragnarök an der Spitze eines Heers, das gegen Asgård zog. Der Riese Surt starb letztendlich selbst im Feuer, das er seit Beginn der Zeit beherrschte.

Auf Island wird Surt volkstümlich mit der Aktivität der Vulkane in Verbindung gebracht und auch der Name der isländischen Insel Surtsey (Surts ö), das Teil des Unesco Weltkulturerbes ist, geht auf diesen mächtigen Feuerriesen zurück.
Copyright: Herbert Kårlin
 

söndag, mars 27, 2011

Die ersten Wesen der nordischen Mythologie

Nordische Mythologie Teil 2 – Die ersten Wesen

Die Schaffenskraft von Mimers brunn, der Quelle der Weisheit, hielt die Stoffe der Welt feucht, was zu einer Gährung führte, die das erste lebende Wesen der neuen Welt entstehen ließ, nämlich die Urkuh Audhumbla.

Audhumbla ernährte sich von den Lebenskörnern, die in den entstandenen Grundstoffen enthalten waren und verwandelte sie im Magen zu festen Stoffen, die ein verstecktes, göttliches Leben in sich bargen. Bei der Ausscheidung wurde diese Masse zu einer Art Steinen.

Indem dann Audumla den Raureif, der sich auf den Steinen bildete, jeden Tag ableckte, entstand so langsam aus der steinigen Masse ein menschenähnliches Wesen, das sehr schön und sehr groß war. Audhumbla, auch Audumla genannt, ließ dadurch den ersten Riesen entstehen. Dieser Riese mit göttlichem Atem, hatte den Namen Bure und ist der Stammvater aller Götter. Bure ist der Vater von Bur und der Großvater Odens.

Gleichzeitig mit der Urkuh Audumla entstand noch ein weiteres Wesen, das sich aus den giftigen Tropfen entwickelte, die die Quelle der eisigen Kälte, Hvergelmer, hervorbrachte und die sich an einer einzigen Stelle wie ein Stalagmit sammelten und ausgewachsen den Riesen Ymer entstehen ließen.

Dieses Wesen, der Riese Ymer, saugte mit vier Mündern gleichzeitig vier Ströme Milch aus den Eutern Audumlas. Dadurch wurde er mit den Lebenskörnern ernährt, was dazu führte, dass er zum Stammvater vieler Geschlechter wurde, die sich aus seinen verschiedenen Körperteilen entwickelten.

Unter seinem linken Arm entstand ein Mann und eine Frau, die sehr viele Riesen als Nachfolger hatten. Aus seinen beiden Füßen ging der dreiköpfige Riese Trudgelmer hervor, der ohne Frau einen Sohn Bergelmer hervorbrachte.

Die Nachfolger des Riesen Ymer waren sowohl grausame als auch freundliche Wesen. Unter den freundlichen Wesen der nordischen Urzeit, die als Kinder Ymers bezeichnet werden können, kann man Mimer und seine Schwester Beisla nennen, sowie die drei weissagenden Schwestern Urd, Verdande und Skuld.




Copyright: Herbert Kårlin