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lördag, juni 25, 2011

Tor geht mit Hymer auf Fischfang

Nordische Mythologie Teil 34 - Tor angelt die Midgårdsormen

Da Hymer die Stärke Tors kannte und sein Auge lange brauchen würde um sich zu erholen, machte Hymer nun gute Mine zum bösen Spiel und begrüßte Tor höflich und zuvorkommend. Zum Abendessen schlachtete Hymer drei Ochsen, von denen Tor allein zwei aß. Hymer fand dies übertrieben und sagte daher zu seinen Gästen, dass sie sich am nächsten Tag von dem ernähren mussten, was die Jagd bringen würden.

Tor schlug Hymer vor am nächsten Tag zum Fischen aufs Meer hinaus zu fahren und fragte ihn was er denn für Köder nehmen solle. Hymer meinte daraufhin, dass er Stiere halte und Tor, falls er den Mut habe, sich von einem der Stiere den Köder holen solle. Tor ließ sich dies nicht zweimal sagen und kam schon wenig später mit dem Kopf eines schwarzen Stiers zurück. Auch dieses Mal konnte Hymer nichts zu Tor sagen, obwohl er das Verhalten des Gottes nicht gerade schätzte.

Schließlich gingen die beiden zum Elivågor, machten das Boot los und fuhren ein Stück hinaus. Da Hymer ruderte, bat ihn Tor doch weiter hinaus zu fahren und nicht nur an der Küste von Jotunheim zu liegen. Da Hymer jedoch eine furchtbare Angst vor Egil hatte, dessen Pfeile nie ihr Ziel verfehlten, war er jedoch nicht zu diesem Schritt zu bewegen und meinte, dass auch vor Jotunheim zahlreiche Fische zu fangen waren.

Hymer hatte bei Angeln großes Glück und zog in kurzer Zeit zwei Wale ins Boot. Tor hatte den Stierkopf an seiner Angel befestigt und bald spürte auch er, dass ein Fisch angebissen hatte. Als er das Tier ins Boot ziehen wollte, so handelte es sich jedoch um keinen Fisch, sondern die Midgårdsormen, die zu jener Zeit bereits beträchtliche Masse angenommen hatte, obwohl sie noch lange nicht erwachsen war.

Nach einem harten Kampf gelang es Tor den Kopf der Schlange über den Rand des Bootes zu ziehen. Die Bewegungen der Schlange ließen das Meer erbeben, aber Tor gelang es dennoch die Leine mit der einen Hand zu halten und mit der anderen seinen Hammer Mjölner aus dem Starkheitsgürtel zu ziehen. Er verpasste der Schlange einen kräftigen Schlag, was jedoch nur dazu führt, dass es zu einem Seebeben kam und die Schlange Sekunden später wieder im Meer verschwand. Dies war, bis Ragnarök, das letzte Mal, dass Tor der Midgårdsormen so nahe kam.
Copyright: Herbert Kårlin
 

torsdag, juni 23, 2011

Tor und Tyr kommen bei Hymer an

Nordische Mythologie Teil 33 - Hymers Zorn entlädt sich

Während Tor und Tyr bereits den Elivågor durchschritten, kam Loke bei Egil an, wo er, wie alle Bewohner Asgårds, gastfreundlich empfangen wurde. Zum Abendessen wurde einer der Böcke Tors geschlachtet, was im Grunde kein Problem war, so lange man die Beine des Tieres unbeschädigt auf dem Fell zurück ließ. In diesem Fall schwingt Tor nur seinen Hammer Mjölner über den Resten des Bockes, der dann wieder unbeschädigt aufsteht.

Nach dem Mahl unterhielt sich Loke noch mit seinem Pflegesohn Tjalve und verleitete diesen mit seinem Messer die Oberschenkel des Bockes anzuschneiden um an des begehrte und wohlschmeckende Knochenmark zu gelangen. Nach dieser Tat brach Loke unmittelbar wieder auf, da er weder Tor noch Tyr bei ihrer Rückkehr treffen wollte.

In dieser Zeit durchquerten Tor und Tyr bereits Jotunland mit seinen steilen Bergen, den tiefen Schluchten und unendlichen Höhlen in denen viele Verwandte Hymers wohnten.

Als die beiden Götter schließlich an der Burg Hymers angelangten, war Hymer nicht zu Hause und sie wurden von Tyrs Pflegemutter in Empfang genommen. Der Saal, in dem sie empfangen wurden, war immens und die Decke wurde von riesigen Steinpfeilern getragen. Hoch oben an einem der Pfeiler hingen acht Kessel. Einer der Kessel war genau der, den sie suchten.

Als die drei am Abend hörten, dass Hymer sich der Burg näherte, riet ihnen die Pflegemutter Tyrs sich hinter einem Pfeiler zu verstecken, da Hymer nicht sehr gerne Gäste bei sich sah. Die beiden Götter versteckten sich daraufhin hinter dem Pfeiler an dem die Kessel aufgehängt waren.

Als Hymer dann im Saal ankam, so fielen zahlreiche Eiszapfeln von seiner Kleidung ab und sein langer Bart war zu einem einzigen Eisblock gefroren. Seine Frau hieß ihn von der Jagd willkommen und erzählte ihm, dass ihr Pflegesohn Tyr zu Besuch gekommen sei, was Hymer mit Wohlwollen aufnahm. Als seine Frau jedoch hinzufügte, dass ihn Tor, der Freund der Menschen, begleitete, nahm sein Sturmauge eine bedrohliche Form an. Da seine Frau wusste, was folgen würde, erzählte sie Hymer, dass sich die beiden hoch oben im Pfeiler, an dem die Kessel aufbewahrt wurden, versteckt hatten.

Hymer blickte unmittelbar in die Höhe und die Kraft seines Sturmauges entlud sich mit solcher Wucht, dass der obere Teil des Pfeilers in tausend Einzelteile zersprang und alle acht Kessel zu Boden fielen. Durch den Sturz gingen alle Kessel zu Bruch, außer einem, nämlich dem größten, der aus einem besonders widerstandsfähigen Material hergestellt war. Da nach der Entladung des Auges Hymer ungefährlich war, traten nun die beiden Götter aus ihrem Versteck hervor und grüßten den Riesen.
Copyright: Herbert Kårlin
 

tisdag, juni 21, 2011

Auf der Suche nach einem Kessel für Öger

Nordische Mythologie Teil 32 - Tors Reise nach Jotunheim

Natürlich konnten die Götter einen Kessel bei den Zwergen der Unterwelt bestellen, aber Verhandlungen mit diesen Künstlern waren immer sehr schwierig, da sie alles, was sie herstellten nur ungern weitergaben und oft eine Gegenleistung forderten. Nach Möglichkeit wollte Tor diese Probleme vermeiden.

Da nahm Tyr seinen Freund Tor zur Seite und meinte, dass er einen Rat hätte, denn als Pflegesohn Hymers wusste er, wo sich ein so großer Kessel befand, nämlich bei Hymer, der hoch im Norden und jenseits der Flut Elivågor wohnte. Auch wenn Tor die Information interessant fand, so wusste er dennoch nicht wie er an den Kessels Hymer kommen sollte, da die Riesen in Jotunheim nicht besonders aufgeschlossen waren.

Tyr meinte daher, dass sie natürlich nur mit einer List an den Kessel kommen konnten und dafür zu Hymer reisen mussten. Da Tor immer offen für Abenteuer war, stimmte er dem Rat Tyrs zu und die beiden Götter beschlossen daher so schnell wie möglich nach Jotunheim aufzubrechen.

Dies war genau das, was Öger erhofft hatte, denn auch er wusste, dass ausschließlich Hymer einen so großen Kessel besaß und niemand anderes in Jotunheim. Er wusste auch, dass die beiden nach Jotunheim aufbrechen mussten um den Kessel durch eine List von diesem gefährlichen Frostriesen zu holen. Er wusste auch, dass Hymer ein Sturmauge hatte, das, wenn er wütend wurde, auf ein Ziel richtete und damit alles, was sich zwischen ihm und dem Ziel lag, zerstörte. Allerdings dauerte es dann lange, bis das Auge diese Kraft erneut erlangt hatte.

Auch Tyr kannte die Kraft des Sturmauges und meinte daher zu Tor, dass sie sich besser nicht direkt an Hymer wenden sollten, sondern sie erst mit seiner Pflegemutter reden sollten, da sie sonst die Wut Hymers sehr deutlich zu spüren bekamen, denn freiwillig würde er ihnen den Kessel kaum leihen.

Von Asgård bis zu Egils Burd, die am Elivågor lag, war es auch für Tor eine Tagesreise. Er spannte daher seine beiden Böcke vor den Wagen und die beiden Freunde machten sich auf den Weg Richtung Jotunheim. Als sie über Midgård waren, hörten die Menschen die Donner grollen und überall, wo die Götter, vorbei kamen, fiel fruchtbarer Regen auf die Wiesen und Felder.

Gegen Abend kamen Tyr und Tor auf Egils Burg Ysäter an, wo sie von Egil und Groa auf das herzlichste willkommen geheißen wurden. Die beiden Götter wollten jedoch nicht die Nacht bei Egil verbringen, sondern stellten nur Tors Wagen bei ihm ab, da er hier samt Inhalts von den Alfern bestens bewacht wurde.

Unmittelbar nachdem er den Wagen abgestellt hatte, watete Tor durch den Elivågor, wobei ihm hier eine besondere Eigenschaft zu gute kam, denn egal wie tief das Wasser war, so wuchs er mit der Tiefe, so dass das Wasser nie höher als bis zu seinem Stärkegürtel gelangte. Nur die Wogen konnten auch einmal bis zur Schulterhöhe kommen. Stieg Tor dann an Land, so nahm er wieder seine normale Größe an.
Copyright: Herbert Kårlin
 

torsdag, juni 09, 2011

Die Riesen erforschen die Kraft Tors

Nordische Mythologie Teil 26 - Wie stark ist Tor wirklich

Nachdem Tor seine Pflegeeltern Vingner und Lora getötet hatte, kursierte unter den Riesen Jotunheims das Gerücht, dass Tor unendlich stark und das wagemutigste Wesen aller Welten sei. Da die Riesen weder den Menschen noch den Göttern wirklich wohl gesonnen waren, wollten sie wissen, wie es nun wirklich um Tor gestellt war und ob er alle Riesen besiegen konnte.

So beschlossen die Riesen, gemeinsam mit Loke, zu dem Tor volles Vertrauen hatte, ihn zu testen und ihn zu Fjalar zu locken, dem Zwerg, der die Zauberkunst am besten beherrschte. Fjalar war auch deshalb eine gute Lösung, weil er nicht in Jotunheim wohnte, sondern der Unterwelt, wo die Zwerge zu Hause waren. Dadurch waren sie sicher, dass Tor nicht misstrauisch wurde.

Wenig später machten sich dann Loke mit Tor, der seinen Hammer Mjölner bei sich trug, auf den Weg in die Unterwelt. Sie wanderten erst über Bifrost und durchwateten dann mehrere unterirdische Flüsse bis sie zu den Tälern Fjalars kamen. In den dunklen Schluchten setzten sie dann ihren Weg fort, in einer Landschaft, der jede Schönheit fehlt und in der jeder Schritt selbst dem Mutigen einen Schauder über den Rücken laufen lässt.

Loke und Tor wanderten viele Stunden durch diese gespenstige Landschaft, bis sie in fast kompletter Dunkelheit den Weg nicht mehr sehen konnten. Auch die Müdigkeit machte ihnen jeden Schritt schwerer. Als sie bereits anhalten wollten, entdeckten sie vor sich einen finsteren Wald auf dem eine menschliche Gestalt zu liegen schien. Diese Gestalt war so groß, dass die Bäume unter ihr fast wie ein Gebüsch aussahen. Plötzlich hörte man ein Geräusch, das so klang als ob die Welt unterginge und jemand auf den Wald gefallen sei und alle Bäume auf einmal geknickt hätte.

Als der schreckliche Lärm aufhörte, war die Gestalt über dem Wald verschwunden. Loke tat, als ob ihn das Geschehen zu Tode erschreckt hätte und verschwand in einer Bergspalte, die sich neben ihm befand. Tor folgte dem vermeintlichen Freund, wobei sich Loke tief in den Spalt zurückzog, als ob er sich vor einer Gefahr retten wollte. Tor hingegen setzte sich am Eingang nieder, nahm seinen Hammer und wartete ab, was nun geschehen würde.
Copyright: Herbert Kårlin
 

måndag, juni 06, 2011

Die Auferstehung Angerbodas und Gullveigs

Nordische Mythologie Teil 25 - Angerboda wird Gullveig und Heid

Die Riesin Angerboda war die einzige Riesin der nordischen Mythologie, die ihre Seele im Frostland Nifelheim gelassen hatte. Dies war auch der Grund, warum ihr Herz, das mit der Seele verbunden war, nicht verbrannt werden konnte und dass sie abgrundtiefe böse war.

Als Angerboda verursachte die Riesin den Vanakrieg, den Krieg zwischen Vana-Gättern und Asa-Göttern. Als dieser Krieg zu Ende war und den Göttern die Verursacherin bekannt wurde, verbrannten sie Angerboda, aber da ihr Herz nur ankohlte und die Seele weiterlebte, wurde sie als Gullveig neu geboren, ohne jedoch ihren bösen Charakter verloren zu haben.

Als Gullveig verführte sie die Menschen zu Bösem und hetzte sie gegen die Asa-Götter in Asgård auf. Als die Götter letztendlich auch diese Machenschaft entdeckten, wurde Gullveig, die in Wirklichkeit immer noch Angerboda war, erneut verbrannt. Dieses Mal suchte Loke in der Asche nach ihrem Herz und verschluckte es.

Nachdem Loke das Herz verschlungen hatte, gebar er eine Schlange, die Midgårdsormen. Da diese Schlange so schnell wuchs, dass sie eine Gefahr für die Menschen in Midgård wurde, warf Oden sie ins Meer, wo sie im Laufe der Jahrhunderte immer größer wurde und schließlich, am Grunde des Ozeans, einen geschlossenen Ring um Midgård bildete.

Die Midgårdsormen wuchs so lange weiter, bis sich Ragnarök, der Weltuntergang ankündigte und sie dabei ihren Anteil bei der Zerstörung der Welt der Menschen und der Götter beitragen konnte.

Dass Angerboda auch als Gullveig weiterlebte und nach ihrer Verbrennung erneut auferstehen sollte, wussten nur Loke und die die Riesen in Jotunheim, die jedoch dieses Geheimnis mit niemandem teilten. Bei der neuen Wiedergeburt nannte sich Angerboda Heid, was soviel bedeutet wie Zauberfrau, Trollkvinna.

Heid machte sich, wie früher Heimdall, in Midgård auf den Weg um die Menschen zu erziehen, allerdings auf ihre Art. Sie suchte vor allem eifersüchtige und neidische Frauen, denen sie ihre Zauberrunen gab, damit sie die Menschen entzweien konnten und Feindschaft in Midgård einzog. Das Übel, das sie anrichtete, war unbeschreiblich, denn durch diese Zauberrunen drang überall in Midgård das Böse ein. Sehr spät entdecken auch dieses Mal die Götter wieder wer der Verursacher dieser Probleme war und sie verbrannten auch Heid.

Wieder ist es Loke, der das Herz aus der Asche rettete, wobei dieses Mal Fenrisulven geboren wird, der gefährlichste Wolf der nordischen Mythologie.

Aber die Riesin Angerboda, Gullveig oder Heid brachte noch ein weiteres schreckliches Wesen zur Welt: Leikin. Leikin wurde die Göttin der Frostriesen und konnte über die Krankheitsgeister in Nifelheim befehlen.
Copyright: Herbert Kårlin
 

torsdag, juni 02, 2011

Die Rolle von Ivaldes Söhne in der nordischen Mythologie

Nordische Mythologie Teil 23 - Ivalde und Ivaldes Söhne

Ivalde und seine Söhne bewachten den gesamten Fluss, der an der Quelle Hvergelmer entsprang und in dann Midgård von Jotunheim trennte. Sie waren Oden und den Asa-Göttern jedoch nicht nur über den Treueeid verbunden, sondern ihre Schwestern und Frauen waren auch Wesen der Natur und sorgten dafür, dass der Weltenbaum Yggdrasil immer grün blieb und die Bewohner Midgårds eine reiche Ernte hatten. Ivalde und seine Söhne standen dadurch auch durch persönliche Bande den Menschen in Midgård sehr nahe.

Der einzige Sohn Ivaldes, der sich wenig um die Bewachung kümmerte, war Valand, der sich fast ausschließlich in seiner Schmiede aufhielt, oft gemeinsam mit seinem Pflegesohn Frej. Hier entstanden daher sehr viele Schmuckstücke für die Götter und andere wertvolle Kunstwerke. Valand hatte sein ganzen Leben dem Schaffen von Kunstwerken gewidmet.

Vor allem Egil widmete sich dagegen ganz der Bewachung der Grenze. Er wohnte, zusammen mit seiner ersten Frau Groa in der prunkvollen, mit Gold verzierten Burg Ysäter, die direkt am Elivågor lag. In dieser Burg lebten auch einige der kriegerischsten Alfer. Da Egil und Groa lange Zeit ohne Kinder blieben, so nahmen sie zwei dieser Alfen als Pflegekinder an, den Jungen Tjalve und das Mädchen Raskva.

Egil war bekannt für seine Treffsicherheit und keiner seiner Pfeile verfehlte je sein Ziel. Dies brachte ihm den Beinamen Örvandel ein, was soviel wie Pfeilschütze bedeutet. Wenn Tor in das Grenzland kam, das Ivaldes Söhne kontrollierten, so wohnte er immer bei Egil und wurde zu einem seiner engsten Freunde. Wenn Egil unterwegs war, so wohnte seine Frau Groa auch oft in der Burg Trudvang, dem Heim Tors, wo sie immer willkommen war.

Das Grenzland Svitiod in dem Ivalde und seine Söhne wohnten, war auch bekannt als das goldene Land, da die nördlichen Flussbetten aus goldenem Sand bestanden. Ivalde war der erste, der über dieses Reich herrschte, dessen südlichster Teil das Svealand war. Im Norden herrschte Ivalde noch über das Skidlöparefolk, die Skridfinnarne (Skifinnen). So geschickt Egil mit Pfeil und Bogen war, so geschickt war Ivalde mit seinem Speer.
Copyright: Herbert Kårlin
 

tisdag, maj 31, 2011

Die Feindschaft zwischen Riesen und Göttern

Nordische Mythologie Teil 22 - Die Riesen werden zur Gefahr

Auch wenn Riesen, Götter und Menschen eine gewisse Zeit in Frieden nebeneinander lebten, so hatten die Riesen immer eine Neigung zum Bösen. Die Friedenszeiten währten daher nur so lange, so lange die Riesen in der Minderheit waren und sie bei einer Auflehnung nicht gewinnen konnten.

Aber die Riesen in Jotunheim vermehrten sich immer mehr und bald waren zahlreiche gefährliche und starke Riesen in Jotunheim geboren. Mit Herrschern unter den Riesen wie Hymer, Geirraud und Gymer wuchsen gefährliche Feinde für Midgård und Asgård heran.

Die ersten Zeichen der Feinschaft zwischen Riesen und Göttern kündigten sich am Hof Vingners an. Oden hatte Vingner und seiner Frau Lora die Erziehung von Tor anvertraut. Tor war jedoch bereits mit 12 Jahren stärker als jeder Riese. Obwohl normalerweise ein gutes Verhältnis zwischen Pflegeeltern und Pflegekindern herrscht, erschlug Tor bei einer Auseinandersetzung seine beiden Pflegeeltern.

Niemand war bei diesem Vorkommnis dabei und später sagte man, dass Tor damit nur seinen Pflegeeltern vorausgekommen sei, die ihn wegen seiner Stärke und der Angst, dass er als Asa-Gott den Riesen gefährlich werden könne, ihn ebenfalls töten wollten. Zu dieser Erklärung kam man vor allem, weil allgemein bekannt war, dass Tor eine der gutmütigsten Götter Asgårds war.

Sicher ist jedoch, dass Tor seinen berühmten Steinhammer Mjölner nach dem Tod von Lora und Vingner als Beute mit sich nahm, den Hammer den er später bei allen Kämpfen gegen die Riesen benutzte, bis auf eine kurze Epoche, als er einen Eisenhammer Sindres verwendete.

Allerdings war die Gefahr von Seiten der Riesen gering, so lange zumindest, wie die Grenzen zu Jotunheim von Ivalde und seinen Söhnen gut bewacht wurden und diese ihren Treueeid zu den Göttern hielten.
Copyright: Herbert Kårlin
 

tisdag, maj 24, 2011

Die neun Welten der nordischen Mythologie

In der nordischen Mythologie findet man neun Welten, die miteinander verflochten sind, auch wenn einige dieser Welten bereits existierten bevor göttliches oder menschliches Leben dort seinen Platz fand. Einige unter ihnen überstehen auch Ragnarök, den Weltuntergang, was bedeutet, dass die Geschichte der Welten auch neu beginnen kann das zu einem anderen Ergebnis führt.

Zu den ältesten Welten, die auch für die Entstehung jedes Lebens verantwortlich sind, gehören Nifelheim, das Reich der eisigen Kälte und des Raureifs und Muspelheim, das Reich der funkensprühenden Hitze, die ursprünglich durch das Chaos Ginnungagap, die Leere, getrennt waren.

Die Welten, die in der nordischen Mythologie die Hauptrolle einnehmen, sind Asgård, die Welt der Götter, Midgård, die Welt der Menschen und Jotunheim, die Welt der Riesen. Alle bedeutenden Auseinandersetzungen finden zwischen diesen drei Welten ab, wobei Midgård allerdings in keinerlei Handlung eingreifen kann, sondern ein Spielball von Göttern und Riesen ist.

In der „Unterwelt“ schließlich findet man Vanaheim, die Welt der Vanagötter, Helheim, die Welt der unrühmlich Verstorbenen, zu der auch Mimers und Urds Reich gehören, sowie Alfheim, die Welt der Lichtelfen und Svartalfheim, die Welt der Alven und Zwerge.

Die Verbindung zwischen diesen Welten übernehmen die Asagötter, die auch zuständig für Midgård sind und die menschheit geschaffen haben.
Copyright: Herbert Kårlin
 

måndag, maj 16, 2011

Die Wölfe Hate und Skoll der nordischen Mythologie

Hate und Skoll waren zwei riesige Wölfe, die im Järnskogen als Söhne von Fenrisulven geboren waren, dem gefährlichsten und größten Wolf der nordischen Mythologie, der wegen seiner Gefährlichkeit von den Göttern in Jotunheim angekettet war.

Hate verfolgte Sol, die Sonne, und Skoll Måne, den Mond, während ihrer Reise über das Firmament um wollen die beiden auffressen, damit die Dunkelheit über Midgård fällt und die Götter die Welt der Menschen nicht mehr schützen können.

Erst bei Ragnarök gelingt es jedoch Hate und Skoll Sonne und Mond einzuholen und beide zu verschlingen. Gleichzeitig werden auf allen Welten des Weltenbaumes Yggrasil bereits die letzten Kämpfe geführt, die schließlich zum Weltuntergang führen.   
Copyright: Herbert Kårlin
 

fredag, maj 13, 2011

Fenrisulven, der gefürchtete Wolf der nordischen Mythologie

Fenrisulven, bisweilen auch Fenrir genannt, war der Sohn Lokes und Angerbodas, also einer der Geschwister der Midgårdsormen, Sleipers, Hels und Narfes. Er entwickelte sich von einem harmlosen, fast zahmen Wolf zum größten Feind der Götter und der Menschen.

Fenrisulven wuchs als junger Wolf in Asgård, der Welt der Götter auf und war ein harmloses Wesen. Er wuchs jedoch, da er aus dem Geschlecht der Riesen kam, so schnell, dass er schließlich auch den Asa-Göttern Angst einflößte. Mit einer List wollten sie ihn daher anketten, damit er keinen Schaden anrichten konnte.

Die Götter Asgårds zeigten ihm eine Stahlkette und sagten ihm, dass er das stärkste Wesen der Welt sei, wenn er die Kette an seinem Hals zerreißen kann. Diese Kette widerstand keine Sekunde der Kraft von Fenrisulven. Die Götter versuchten anschließend den gleichen Trick mit einer stärkeren Kette, jedoch mit dem gleichen Resultat.

Schließlich stellten die Zwerge eine Seil aus den Wurzeln der Berge, dem Geschrei der Katzen, den Sehnen der Bären, dem Atem der Fische, dem Bart von Frauen und der Spucke der Vögel her, ein Seil, das eher einem Seidenfaden als einen richtigem Seil glich. Dieses Seil, das den Namen Gleipner erhielt, war jedoch so stark, dass keine Kraft der Welt es zerreißen konnte.

Fenrisulven ahnte, dass diese Schnur ein Geheimnis barg und dachte, es sei verzaubert. Er ließ es sich daher nur unter der Voraussetzung um den Hals legen, wenn sich jemand bereit fand, seine Hand in seinen Rachen zu legen. Nur Tyr hatte den Mut dazu, aber sobald Fenrisulven bemerkte, dass er von den Göttern getäuscht wurde, biss er ihm die Hand ab.

Seit diesem Tag war Fenrisulven in Jotunheim angekettet und hatte eine Schwert im Rachen, das mit der Spitze den Oberkiefer aufhielt. Aus seinem Maul entspringt seither der Bach Von. Erst zu Ragnarök kann sich Fenrisulven befreien und, gemeinsam mit Loke und der Midgårdsormen gegen die Aser kämpfen.
Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, maj 03, 2011

Friedliches Leben in der Urzeit

Nordische Mythologie Teil 12 - Welten ohne Krieg

Eines Tages war Midgård mit all seinen Gewässern, Bergen, Pflanzen und Bäumen fertig und lag wie eine Puppenstube zu Füßen der Asa-Götter, denen das Werk überaus gefiel. Die Mächte aus Jotunheim mit ihren Frösten, Trockenzeiten, Wirbelwinden und Überschwemmungen hielten sich noch fern von Midgård und wagten es nicht ein Werk der Götter zu stören.

Die Geschlechter Ymers, die sich nach Jotunheim retten konnten, waren noch wenig zahlreich und wurden von den Götter freundlich behandelt, so dass die Welten ihren gleichmäßigen und ruhigen Gang gehen konnten. Eine Jahreszeit nach der anderen ging vorbei, die Weltenmühle Grotte schuf fruchtbare Erde, die wie Gold glänzte und spielte dabei die angenehmsten Töne. Und der Polarstern stand im Zentrum des Himmels, der sich zu jener Zeit noch nicht zur Seite geneigt hatte.

Um der Welt den ewigen Frieden zu garantieren, beschlossen die Asa-Götter, dass sich aus allen Welten jemand mit einem Gott verheiraten sollte. Diese Mischehen sollten die Freundschaft zwischen allen Geschlechtern aufrecht halten.

Vanaheim schickte daher den Gott der Vaner, Njord, nach Asgård, der unmittelbar in das Geschlecht der Aser aufgenommen wurde und mit ihnen wohnte, auch wenn er häufig seine Familie in der Burg Noatun besuchte, die hinter dem Westmeer an einem Strand lag, wo die Schwäne lebten und die Vaner mit ihrem Gesang erfreuten.

Oden selbst verheiratete sich mit Njords Schwester Frigg, wobei Njord und Frigg die Kinder Natts waren, die wiederum die Tochter von Mimer war. Mit Mimer tauschte Oden Geschenke, die ein Zeichen der ewigen Freundschaft waren, die weder von Mimer noch von Oden je gebrochen wurde.

Von den Alver, die von Ivalde und seinen Söhnen geleitet wurden, verlangte Oden den Treueeid,  was ihm unmittelbar gewährt wurde. Und selbst Jotunheim schickte Gullveig und Loke nach Asgård, wo Gullveig in Friggs Hofstaat aufgenommen wurde.

Loke dagegen, der immer an seinen eigenen Vorteil dachte, war ein Heuchler und zeigte sich daher immer so hilfsbereit, dass er selbst von Oden nicht durchschaut wurde, sondern dieser eine enge Freundschaft zu ihm verspürte, mit ihm Blut tauschte und Loke sogar versprach nur dann Mjöd zu trinken, wenn auch Loke welches erhielt.

Oden schickte jedoch auch zwei seiner eigenen Nachkommen nach Jotunheim, wo sie als Pflegekinder von Vingner und seiner Frau Lora aufgenommen wurden. Erst schickte er Tyr, einen Sohn, der er mit einer Riesin hatte und der später der Gott der Kämpfer wurde, später auch Tor, den Sohn, den er zusammen mit Frigg hatte.
Copyright: Herbert Kårlin
 

lördag, april 30, 2011

Gerd, die schöne Riesin Jotunheims

Gerd, die Tochter Gymers und Aurbodas ist eine der schönsten Riesinnen aus Jotunheim, der Welt der Riesen, weshalb sie auch mit dem Nordlicht in Verbindung gebracht wird. Die Schönheit Gerds soll so immens gewesen sein, dass sich allein wegen ihrer Schönheit der Asagott Frej in sie verliebte.

Als Frej einmal von Lidskjalf aus nach Norden über Jotunheim blickte, fiel sein Blick auf Gerd. Ein einziger Blick auf die schöne Riesin reichte, dass er nicht mehr reden, nicht mehr essen und nicht mehr schlafen konnte. Bereits nach diesem einen Blick wollte er sich nur noch mit Gerd verheiraten und hatte keine anderen Gedanken mehr.

Frej schickte daher seinen Diener Skirner mit seinem Schwert, das selbständig kämpfen konnte, nach Jotunheim um für ihn zu freien. Gerd wollte jedoch nichts von Frej wissen und interessierte sich weder für die goldenen Äpfel, die Skirner dabei hatte, noch für den wertvollen Ring Draupner. Selbst Drohungen mit dem Schwert liesen sie kalt.

Erst als Skirner damit drohte mit Hilfe von Runen die schwersten Plagen über sie und ihre Familie zu bringen und zwar in diesem und den zukünftigen Leben, lässt Gerd sich erweichen und stimmt in die Höchzeitspläne ein. Als Entschädigung für den Verlust Gerds verlangt ihre Familie allerdings auch das Schwert Frejs, das ihnen Skirner überlässt und durch das Frej später bei Ragnarök getötet wird.
Copyright: Herbert Kårlin
 

torsdag, april 28, 2011

Asgård und Valhall, die Welt der Götter

Nordische Mythologie Teil 11 – Valhall und Asgård

Asgård befand sich nach der nordischen Mythologie an der höchsten Stelle des Weltenbaumes Yggdrasil. Mitten in die grünen Haine dieser Landschaft bauten die Künstler der Urzeit Valhall, das Gebäude, in dem die Götter wohnen sollten.

Zu Valhall gehörte der Aussichtsturm Lidskjalf, von dem aus die Aser sowohl Midgård, die Welt der Menschen, als auch Jotunheim, die Welt der Riesen überwachen konnten. Von der Spitze des Turmes konnten sie selbst die Ränder der Scheibe der Unterwelt sehen, da die Unterwelt die größte Scheibe ist, dessen Rand sich unter freiem Himmel befindet.

Auf diesem von Asgård aus sichtbaren Gürtel der Unterwelt wohnen die Vaner und die Alfer, wobei die Vaner auf der westlichen Seite der Scheibe leben und die Alfer auf der östlichen.

Die Unterwelt wird häufig auch Jormungrund genannt, was soviel wie großer Grund bedeutet, da die Unterwelt größer ist als die anderen Welten.

Da Oden von Lidskjalf aus nur den Rand von Jormungrund sehen kann, schickt er seine beiden Raben Hugin und Munin jeden Morgen in die Unterwelt. Bei ihrer Rückkehr am Abend berichten sie ihm alles, was sie dort sahen und hörten und bieten ihm so auch einen Überblick über die Geschehnisse und Pläne in Jormungrund.

Über Asgård breitet Yggrasil immergrüne Zweige, die nur von den Aser-Göttern gesehen werden können. Auf diesen Zweigen wachsen zahlreiche Früchte von denen sich die Götter ernähren und die ihnen die Unsterblichkeit geben.

Wenn die Aser zur Unterwelt wollen, so benutzen sie grundsätzlich die Brücke Bifrost, da dies schneller geht als auf Pferden durch das Luftmeer zu reiten, denn zum einen können Pferde nicht so schnell reiten und zum anderen sind dort starke Luftströme, die jede Reise verlangsamen und unsicher machen.

Hoch über Yggdrasil, im Weltraum, findet man noch die Himmelsgewässer, die durch die Verdunstung von Meer und Seen entstehen. Die Wasser stoßen dort auf den „schwarzen Schreckglanz“, einen Stoff, der den Gewitterwolken die dunkle, metallische Farbe gibt. Dieser Stoff kann sich auch entzünden und wird dadurch zu zigzagförmigen Geschossen, die jedes Ziel, das sie aussuchen, treffen.

Die Stelle an der sich die Himmelsgewässer treffen wird Eiktyrner genannt, was in etwa Eichenstecher bedeutet, da die Blitze, die hier in den Gewitterwolken entstehen, sehr häufig die Eichen in Midgård treffen. Von Eiktyrner stürzt auch ein Fluss in die Tiefe, der Asgård von der Sicht der Menschen schützt.

Über diesen Fluss führt eine Fallbrücke, die ebenfalls die Urzeitkünstler geschaffen haben. Hierbei handelt es sich um die berühmte Asgårdspforte, die ein wahres Kunstwerk ist und von Menschen nicht überschritten werden kann.

Auf der Spitze des Yggdrasil, noch über Asgård, wohnt der Hahn Gullenkamme mit seinem goldenen Kamm, der ein Symbol für die Wachsamkeit der Götter ist und ein Zeichen dafür, dass die Welten unbekümmert ihrem Lauf folgen können.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, april 15, 2011

Jotunheim, die Welt der Riesen

In erster Linie war Jotunheim in der nordischen Mythologie die Welt der Riesen in der sich die düstere Burg Utgård und der Järnskogen befanden. Jotunheim, eine der neun Welten des nordischen Altertums, ist jedoch auch das Zuhause aller bösen Wesen, aller Feinde der Menschen und der Götter. Neben den Riesen lebten hier Trolle und Tiere, deren Ziel es war, das Ragnarök herbeizuführen oder die Welt der Götter zu zerstören.

Jotunheim war sowohl von Midgård als auch von Asgård durch Wasser getrennt, das nie frieren konnte und damit die Riesen zwang in der eigenen Welt zu bleiben. Im Järnskogen lebten die gefährlichsten Wesen der nordischen Mythologie, so die Riesin Angerboda, die Zwietracht zwischen Asar und Vaner säte. Und dort lebten die Wölfe Hate und Skoll, die auf der Jagd nach Sonne und Mond waren.

Nicht nur das karstige Jotunheim in Norwegen wurde nach der Welt der Riesen benannt, sondern auch Computerspiele, mehrere Comics behandeln das Thema und Julius Röntgen nannte einer seiner Suites „Aus Jotunheim“. Auch eine der bedeutenderen Black Metal Band Schwedens gaben sich den Namen dieser Welt des Grauens, wobei ihre Titel wie „Allt Levande Dött“ auch den Geist von Jotunheim ausdrücken.
Copyright: Herbert Kårlin
 

söndag, april 10, 2011

Utgård, die Burg der Riesen und der bösen Mächte

Utgård ist eine finstere Burg in Jotunheim, das von Midgård, dem Reich der Menschen, durch den reißenden Fluss Elivågor getrennt ist. In dieser Burg treffen sich überwiegend Riesen, böse Kräfte und Trolle, die sich als Feinde der Götter und Menschen zeigen. Im Gegensatz zu den Reichen Midgård und Asgård herrscht in der Burg Utgård, wie in ganz Jotunheim, das Chaos.

Auf Utgård werden oft rauschende, aber düstere Feste gefeiert in denen Zauberei eine bedeutende Rolle spielt. Als die Götter Tor und Loke mit dem Jungen Tjalve einmal Utgård besuchen, werden sie zu Zweikämpfen herausgefordert, die sie verlieren müssen, da die drei nicht in der Lage sind die verborgene Zauberei der Riesen zu entdecken. So bestreitet Loke einen Essenswettkampf gegen das Feuer, Tor trank aus einem Horn, das im Meer endete und Tjalve musste gegen die Gedanken zur Wette laufen.

Auch die Burg Utgård hat bis heute seine Spuren in Skandinavien hinterlassen, denn sowohl in Norwegen als auch in Schweden findet man mehrere Orte Utgård, zahlreiche Straßen wurden nach der schaurigen Burg benannt und auch als Familienname Utgård ist in Schweden geläufig.
Copyright: Herbert Kårlin

lördag, april 09, 2011

Die Handwerker und Lenker der Erde

Nordische Mythologie Teil 6 - Der Bauplan der Erde

Auf der Scheibe mit dem Blutmeer, das die ganze Erde bedeckte, drückten Oden und seine Brüder eine Teil in Höhe, damit in der Mitte der Scheibe eine trockene Fläche entstand. Dieses neue Land nannten sie Mitgård und dessen nördlichsten und östlichsten Teilen gaben sie den Namen Jotunheim. Zwischen Mitgård und Jotunheim verläuft eine mit Wasser gefüllte Tiefe mit starkem Wellengang, so dass Mitgård von allen Seiten von Wasser umgeben ist.

Nicht alle Nachfolger des Riesen Ymer waren so böse wie ihr Urvater, denn mit jeder neuen Generation nahm die Bosheit ab. Mit diesen freundlicheren Riesen zeigte sich Oden milde und wenn einer von ihnen die Küste Jotunheims zu seiner Rettung erklettern wollte, so ließ er dies geschehen und stiess sie nicht zurück in die Flut, in der die anderen Familienmitglieder ertranken.

Diese freundlicher gesinnte Riesen durften auf Jotunheim ihr eigenes Reich aufbauen. Eine dieser Riesinnen war Gullveig, die die Freundschaft der Götter gewinnen konnte, ebenso wie Loke, für den Oden sogar eine gewisse Schwäche zeigte. Die Götter ahnten in jenem Moment nicht zu welchen Feinden sich die freundliche Gullveig und der schöne Riesen-Jüngling Loke im Laufe der Zeit entwickeln würden.

Die Gebeine Ymers wurden von den Göttern als Baumaterial für die Erde verwendet, was die Arbeiten beschleunigen sollte. Aber es fehlten noch die Handwerker, die alle Teile der Erde gestalten konnten. Deshalb trafen sich die Götter mit Mimer zum ersten Ting, dem Rat der Götter, um zu entscheiden wie viele Hilfskräfte man bei der Schaffung der Erde benötigte und welche Arbeiten in welcher Reihenfolge nötig waren.

Mimer wurde zum Baumeister ernannt und sollte zusammen mit dem Feuerriesen Surt (auch Durin genannt) all die Schwarzalven und Zwerge schaffen, die nötig waren um das große Werk in Angriff nehmen zu können und auch zu beenden. Die Lebenskörner, die für diese neuen Wesen nötig waren, fanden Mimer und Surt im Blut und anderen Körperteilen des toten Riesen Ymer. Diese Lebenskörner führten auch dazu, dass die Schwarzalven und Zwerge außerordentliche Kunsthandwerker wurden. Mimer schuf die Zwerge und Surt die Schwarzalven, die deshalb als seine Söhne bezeichnet wurden.

Nachdem Schwarzalfen und Zwerge geschaffen waren, begann eine rege Arbeit auf der Ebene Idaslätter in der nordischen Unterwelt. Man begann damit all die Werkzeuge und Hilfmittel zu schmieden, die benötigt wurden um die im Detail geplante Erde zu gestalten, wobei auch schon der Schmuck hergestellt wurde, der die späteren Bewohner der Erde schmücken sollte.

Während der Ting-Sitzung hatten Mimer und die Götter beschlossen mit einem Himmelgewölbe zu beginnen, auf dem Sonne und Mond feste Bahnen einnehmen sollten, die Tag und Nacht erscheinen ließen und mit deren Hilfe die Menschen die Zeit berechnen konnten und ein Zeichen erhielten, das ihnen sagte, wann sie schlafen sollten. Dieses Himmelsgewölbe wurde aus dem Schädel Ymers geschaffen, wobei sein Gehirn in Sturmwolken verwandelt wurde, die unterhalb des Gewölbes durch die Luft wirbeln sollten.


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fredag, mars 18, 2011

Järnskogen, der finstere Wald in Jotunheim

Der Järnskogen oder Järnveden (Eisenwald) ist in der nordischen Mythologie ein dunkler urwaldähnlicher Wald, der Angst und Schrecken verbreitet. Dieser Wald liegt in Jotunheim (auch Jotunhem genannt), dem Reich der Riesen und trennt das Reich der Götter (Asgård) vom Reich der Menschen (Midgård).

Im Järnskogen wuchsen viele der angsterregenden Wesen der nordischen Mythologie auf, wobei die bekanntesten Persönlichkeiten des Waldes der Wolf Hate und die Riesin Angerboda waren. Das größte Gebäude im Järnskogen ist die Burg Utgård, in der nicht nur einige der gefürchtetsten Wesen wohnten, sondern auch einige bedeutende Kämpfe der Vorzeit ausgetragen wurden.

Noch heute findet man in Schweden mehrere Gegenden, und auch eine Gemeinde, die nach dem Järnskogen, dem Eisenwald benannt sind. Der Järnskogen hat jedoch nicht nur in der Vergangenheit seine Wurzeln, sondern lebt auch heute noch bei skandinavischen Musikbewegungen. So veröffentlichte die Vikingarockband Nidhöggs Vrede im Jahre 2002 den Heavy Metal Song Järnskogens barn (Das Kind des Eisenwalds).

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