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fredag, april 29, 2011

Höner, der Gott, der sich nicht entscheiden kann

In der nordischen Mythologie werden Höner, Oden und Lodur oft in einem Zug genannt, da sie gemeinsam die beiden ersten Menschen, Ask und Embla, geschaffen haben und bei vielen Gelegenheiten gemeinsam handeln, auch wenn jeder von ihnen seine eigene Rolle hatte.

Das Asagott Höner galt als Berater Odens und, als er nach dem Vanakrieg in die Welt der Vaner zog, auch als Ratgeber der Vaner. Da er jedoch bei jeder Entscheidung, die er fällen sollte, unsicher war, holte er sich grundsätzlich bei Mimer Rat, so dass seine Ratschläge eigentlich immer Mimers Ratschläge waren.

Diese Unfähigkeit Höners, der bisweilen auch Vile genannt und als großer und schöner Gott beschrieben wird,  Entscheidungen zu fällen, wurde später Mimer zum Verhängnis. Die Vaner, die Höner zu ihrem Führer gemacht hatten, entdeckten, dass der Asagott seine Ratschläge immer bei Mimer holte und dachten, die Aser hätten sie beim Friedensschluss nach dem Vanerkrieg betrogen als sie Höner zu ihnen schickten. Als Rache schnitten sie daher Mimer die Kehle durch.

Höner hat im heutigen Schweden relativ wenige Spuren zurückgelassen, wenn man von den Älvsbyhus absieht, die mehrere ihrer Häuser nach den nordischen Göttern benannt haben, eines darunter Höner. Nach der nordischen Mythologie gehört Höner zu den Göttern, die Ragnarök überleben werden.
Copyright: Herbert Kårlin
 

söndag, april 24, 2011

Die Göttergeschlechter: Aser und Vaner

Nordische Mythologie Teil 10 - Die Rolle der Aser und der Vaner

Bereits zu Beginn war bestimmt, dass Oden und alle seine Nachkommen zu den Aser, den Asagöttern gehören sollten und ihre Wohnung sich an der höchsten Stelle des Weltenbaumes Yggdrasil befinden sollten. Die Vaner oder Vanagötter dagegen sollten für immer von der Unterwelt aus regieren. Die Ursache dafür war vor allem, dass die beiden Göttergeschlechter einen sehr unterschiedlichen Charakter hatten und sich ergänzten.

Die Aser, die Götter, die in Asgård wohnten, hatten alle eine kriegerische Neigung und einige liebten es auch ihre Kraft immer wieder zu beweisen. Diese Götter wollen in das Geschehen und die Entwicklung der Welten eingreifen. Dies betraf selbst noch Balder, der der mildeste unter den Aser war.

Da die Welten immer wieder von bösen Mächten bedroht werden sollten, mussten die streitbaren Krieger einen Überblick über den Lauf der Geschehnisse behalten, was nur an der Spitze von Yggdrasil möglich war. Von dort aus konnten sie sehen, was in Midgård und Jotunheim vor sich ging und dadurch sollten sie rechtzeitig die bösen Einflüsse bekämpfen können. Dies war der Grund, warum in den Höhen des Yggdrasil Asgård errichtet wurde.

Die Vaner dagegen, das Geschlecht Höners, liebten die Ruhe und ein gleichmäßiges, friedliches Dasein. Sie waren daher dafür bestimmt den Lauf der Welten aufrecht zu halten. Die Vaner waren es auch, die darauf achteten, dass Sterne, Mond und Sonne ihren regelmäßigen Lauf nahmen, dass die Tage und Nächte aufeinander folgen und Ebbe und Flut sich in gleichmäßigem Abstand abwechselten.

Da die Aser und Vaner nur gemeinsam die Welten in Gang halten konnten, benötigten sie eine Verbindung zwischen Asgård und Unterwelt. Diese Verbindung wurde eine dreifarbige Brücke zwischen den beiden Götterreichen, die am Rande der Scheibe von Midgård vorbei führte. Diese Brücke wurde Bifrost genannt.

Da die Brücke nur den Göttern dienen sollte und sowohl von Menschen als auch den bösen Mächten und den Riesen nicht betreten werden durfte, wurde Heimdall als ihr Wächter eingesetzt. Da die Götter jedoch wussten, dass selbst die beste Wache abgelenkt werden kann, brachten sie auf beiden Enden der Brücke zusätzlich Zauber-Runen an, die Bifrost gegen jede Art von Eindringling schützte und sie selbst unsichtbar machen konnten.  

Copyright: Herbert Kårlin