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söndag, juni 05, 2011

Dain, Dvalin, Duneyr und Duraror an der Spitze Yggdrasils

In der Spitze des Weltenbaumes Yggdrasil lebten vier Hirsche, die die Namen Dain, Dvalin, Duneyr und Duratror trugen und sich von den Blättern und Zweigen des Baumes ernähren. Auch wenn diese vier Hirsche nicht häufig in der nordischen Mythologie auftauchen, so haben sie dennoch einige wichtige Rollen.

Zum einen sammelt sich in ihren Hörnern jeden Morgen der Tau aller Welten und wird dann zu den Flüssen, die durch die verschiedenen Welten fließen. Zum anderen kann jeder der Hirsche Wind in eine der vier Himmelsrichtungen verursachen und alle vier sind gemeinsam für alle Winde verantwortlich.

Auch wenn die Hirsche gemeinsam keinen Einfluss auf moderne schwedische Namen haben, so hat jeder für sich Firmen bei der Namensgebung inspiriert, die damit ausdrücken wollen, dass sie sich wie die entsprechenden Winde ausdehnen. Dvalin ist nicht nur der Name eines Hirsches, sondern auch der Name eines mächtigen Zwerges.
Copyright: Herbert Kårlin
 

lördag, maj 21, 2011

Vanaheim, das Reich der Vaner

Vanaheim, Vanheim oder auch Vanhem bezeichnet das Land der Vaner, einem Göttergeschlecht der nordischen Mythologie, das als sehr naturverbunden bezeichnet wird. Die bekanntesten Vanagötter sind Njord, Frej und Freja, die für die Mächte und Kräfte der Natur verantwortlich sind.

Vanaheim wurde in den alten Schriften nie als solches beschrieben, aber man weiß, dass es nördlich des Svarta Havet, an einem Fluss, der Tanakvisl heißt, liegt. Forscher gehen dabei davon aus, dass es sich hierbei um das Schwarze Meer und den russischen Fluss Don handelt, ohne dies jedoch eindeutig beweisen zu können.

Da Njord in Vanaheim geboren wurde und man lesen kann, dass er nach Ragnarök, dem Weltuntergang, wieder in seine Heimat zurückkehren wird, kann man davon ausgehen das Vanaheim, eine der neun Welten der nordischen Mythologie, nicht vom Weltuntergang betroffen ist und es sich daher auch um eine Welt handelt, die bereits existierte bevor auf Yggdrasil Midgård und Asgård entstanden.
Copyright: Herbert Kårlin
 

fredag, maj 06, 2011

Heidrun, die Ziege des Asa-Gottes Oden

Heidrun, die Ziege Odens weidet auf dem Dach von Valhall und ernährt sich von den ständig nachwachsenden und immergrünen Blättern des Weltenbaumes Yggdrasil. Durch diese Nahrung wird ihre Milch vom Lebenssaft des Baumes angereichert und verwandelt sich in ihrem Magen zum Göttertrank Mjöd, das demjenigen, der es trinkt besondere Kräfte verleiht.

Aus ihren Eutern fließt soviel Mjöd, dass die Menge, die in den Behälter in der Valhall fließt, nie zu Ende geht, egal wie viel die Götter und die gestorbenen Helden, die Einhärjar, auch von diesem berauschenden Getränk zu sich nehmen. Serviert wird Mjöd von den beiden Dienerinnen Odens, von den Valkyrien Rist und Mist. 

Heidrun ist der Name einer wichtigen Ölplattform Norwegens, der Name eines schwedischen Verlages, ein heute relativ seltener weiblicher Vorname und der Name einer Vikingarockband aus dem Värmland, die erstmals im Jahre 2009 öffentlich auftrat und patriotische Songs schreibt, ohne jedoch einer rechten politischen Gruppe nahe zu stehen.
Copyright: Herbert Kårlin
 

torsdag, april 28, 2011

Asgård und Valhall, die Welt der Götter

Nordische Mythologie Teil 11 – Valhall und Asgård

Asgård befand sich nach der nordischen Mythologie an der höchsten Stelle des Weltenbaumes Yggdrasil. Mitten in die grünen Haine dieser Landschaft bauten die Künstler der Urzeit Valhall, das Gebäude, in dem die Götter wohnen sollten.

Zu Valhall gehörte der Aussichtsturm Lidskjalf, von dem aus die Aser sowohl Midgård, die Welt der Menschen, als auch Jotunheim, die Welt der Riesen überwachen konnten. Von der Spitze des Turmes konnten sie selbst die Ränder der Scheibe der Unterwelt sehen, da die Unterwelt die größte Scheibe ist, dessen Rand sich unter freiem Himmel befindet.

Auf diesem von Asgård aus sichtbaren Gürtel der Unterwelt wohnen die Vaner und die Alfer, wobei die Vaner auf der westlichen Seite der Scheibe leben und die Alfer auf der östlichen.

Die Unterwelt wird häufig auch Jormungrund genannt, was soviel wie großer Grund bedeutet, da die Unterwelt größer ist als die anderen Welten.

Da Oden von Lidskjalf aus nur den Rand von Jormungrund sehen kann, schickt er seine beiden Raben Hugin und Munin jeden Morgen in die Unterwelt. Bei ihrer Rückkehr am Abend berichten sie ihm alles, was sie dort sahen und hörten und bieten ihm so auch einen Überblick über die Geschehnisse und Pläne in Jormungrund.

Über Asgård breitet Yggrasil immergrüne Zweige, die nur von den Aser-Göttern gesehen werden können. Auf diesen Zweigen wachsen zahlreiche Früchte von denen sich die Götter ernähren und die ihnen die Unsterblichkeit geben.

Wenn die Aser zur Unterwelt wollen, so benutzen sie grundsätzlich die Brücke Bifrost, da dies schneller geht als auf Pferden durch das Luftmeer zu reiten, denn zum einen können Pferde nicht so schnell reiten und zum anderen sind dort starke Luftströme, die jede Reise verlangsamen und unsicher machen.

Hoch über Yggdrasil, im Weltraum, findet man noch die Himmelsgewässer, die durch die Verdunstung von Meer und Seen entstehen. Die Wasser stoßen dort auf den „schwarzen Schreckglanz“, einen Stoff, der den Gewitterwolken die dunkle, metallische Farbe gibt. Dieser Stoff kann sich auch entzünden und wird dadurch zu zigzagförmigen Geschossen, die jedes Ziel, das sie aussuchen, treffen.

Die Stelle an der sich die Himmelsgewässer treffen wird Eiktyrner genannt, was in etwa Eichenstecher bedeutet, da die Blitze, die hier in den Gewitterwolken entstehen, sehr häufig die Eichen in Midgård treffen. Von Eiktyrner stürzt auch ein Fluss in die Tiefe, der Asgård von der Sicht der Menschen schützt.

Über diesen Fluss führt eine Fallbrücke, die ebenfalls die Urzeitkünstler geschaffen haben. Hierbei handelt es sich um die berühmte Asgårdspforte, die ein wahres Kunstwerk ist und von Menschen nicht überschritten werden kann.

Auf der Spitze des Yggdrasil, noch über Asgård, wohnt der Hahn Gullenkamme mit seinem goldenen Kamm, der ein Symbol für die Wachsamkeit der Götter ist und ein Zeichen dafür, dass die Welten unbekümmert ihrem Lauf folgen können.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, april 27, 2011

Die Nornen in der nordischen Mythologie

Unter den Nornen der nordischen Mythologie sind vor allem drei von größerer Bedeutung, nämlich Urd, Verdani und Skuld. Urd repräsentiert die Vergangenheit, Verdani die Gegenwart und Skuld die Zukunft. Gemeinsam sind diese drei Nornen für das Schicksal jedes einzelnen verantwortlich.

Urd, Verdani und Skuld werden in ihrer Arbeit von zahlreichen Helfern, nicht mit Namen genannten Nornen unterstützt. So hat jeder Mensch eine Norne, die ihn das ganze Leben über begleitet und damit über sein Schicksal entscheidet, jeweils nach den vorgegebenen Regeln der drei Urnen, die an einer der Wurzeln des Weltenbaumes Yggdrasil wohnen.

Die Aufgaben von Urd, Verdani und Skuld war jedoch nicht nur über das Schicksal der Menschen zu entscheiden, sondern auch über das Gedeihen des Yggdrasil. Damit der Weltenbaum leben kann, müssen seine Wurzeln täglich mit dem Wasser aus Urds brunn, der Quelle Urds, benetzt und mit goldenem Sand geschützt werden.

Die Nornen gehörten nicht zu den Göttern, sondern sind eine eigene Gruppe, die unabhängig von allen Reichen der nordischen Mythologie bestimmten. Niemand, auch nicht Mimer oder die Götter, wussten, welche Fäden sie zwischen den Menschen knüpften und welche Schicksale sie für den einzelnen bestimmten.
Copyright: Herbert Kårlin
 

söndag, april 24, 2011

Die Göttergeschlechter: Aser und Vaner

Nordische Mythologie Teil 10 - Die Rolle der Aser und der Vaner

Bereits zu Beginn war bestimmt, dass Oden und alle seine Nachkommen zu den Aser, den Asagöttern gehören sollten und ihre Wohnung sich an der höchsten Stelle des Weltenbaumes Yggdrasil befinden sollten. Die Vaner oder Vanagötter dagegen sollten für immer von der Unterwelt aus regieren. Die Ursache dafür war vor allem, dass die beiden Göttergeschlechter einen sehr unterschiedlichen Charakter hatten und sich ergänzten.

Die Aser, die Götter, die in Asgård wohnten, hatten alle eine kriegerische Neigung und einige liebten es auch ihre Kraft immer wieder zu beweisen. Diese Götter wollen in das Geschehen und die Entwicklung der Welten eingreifen. Dies betraf selbst noch Balder, der der mildeste unter den Aser war.

Da die Welten immer wieder von bösen Mächten bedroht werden sollten, mussten die streitbaren Krieger einen Überblick über den Lauf der Geschehnisse behalten, was nur an der Spitze von Yggdrasil möglich war. Von dort aus konnten sie sehen, was in Midgård und Jotunheim vor sich ging und dadurch sollten sie rechtzeitig die bösen Einflüsse bekämpfen können. Dies war der Grund, warum in den Höhen des Yggdrasil Asgård errichtet wurde.

Die Vaner dagegen, das Geschlecht Höners, liebten die Ruhe und ein gleichmäßiges, friedliches Dasein. Sie waren daher dafür bestimmt den Lauf der Welten aufrecht zu halten. Die Vaner waren es auch, die darauf achteten, dass Sterne, Mond und Sonne ihren regelmäßigen Lauf nahmen, dass die Tage und Nächte aufeinander folgen und Ebbe und Flut sich in gleichmäßigem Abstand abwechselten.

Da die Aser und Vaner nur gemeinsam die Welten in Gang halten konnten, benötigten sie eine Verbindung zwischen Asgård und Unterwelt. Diese Verbindung wurde eine dreifarbige Brücke zwischen den beiden Götterreichen, die am Rande der Scheibe von Midgård vorbei führte. Diese Brücke wurde Bifrost genannt.

Da die Brücke nur den Göttern dienen sollte und sowohl von Menschen als auch den bösen Mächten und den Riesen nicht betreten werden durfte, wurde Heimdall als ihr Wächter eingesetzt. Da die Götter jedoch wussten, dass selbst die beste Wache abgelenkt werden kann, brachten sie auf beiden Enden der Brücke zusätzlich Zauber-Runen an, die Bifrost gegen jede Art von Eindringling schützte und sie selbst unsichtbar machen konnten.  

Copyright: Herbert Kårlin
 

fredag, april 22, 2011

Der Adler Hräsvelg und die Winde der Welt

Die Herkunft des riesigen Adlers Hräsvelg ist nicht bekannt, weshalb er oft als Riese in Adlergestalt bezeichnet wird. Hräsvelg, oft auch Räsvelg genannt, sitzt auf der Spitze des Weltenbaumes Yggdrasil, von wo aus er alles was in den verschiedenen Welten geschieht, überblicken kann. Er steht jedoch auch in Verbindung mit den anderen Tieren, die zwischen den verschiedenen Welten verkehren können, und erfährt damit viele Geheimnisse aus den verschiedenen Reichen.

Zwischen den Augen Hräsvelgs sitzt der Habicht Väderfölne, der damit noch etwas mehr sieht als schon der Adler Hräsvelg. Hräsvelg ist mit seinen riesigen Flügeln verantwortlich für alle Winde, die in den verschiedenen Welten blasen. Mit seinem Flügelschlag kann er sowohl die Richtung, als auch die Stärke eines Windes beeinflussen.

Zusammen mit Fenrisulven, Hel, Nidhögg und der Midgårdsormen symbolisiert Hräsvelg die lauernde Gefahr in der nordischen Mythologie, wobei er jedoch abwartet und nicht direkt auf die Geschehnisse einwirkt. Hräsvelg steht in einem permanenten Streitgespräch mit dem Drachen Nidhögg, der die Welten dem Untergang näher bringen will.

Auch wenn der Adler Hräsvelg einige Künstler und Motorradklubs Schwedens bei der Namensgebung oder der Schaffung von Werke beeinflusst hat, so hat er gesamt gesehen jedoch weitaus weniger Spuren im heutigen Schweden hinterlassen als andere Gestalten aus der Mythologie Schwedens.
Copyright: Herbert Kårlin
 

onsdag, april 20, 2011

Der Drache Nidhögg und Yggdrasil

In der nordischen Mythologie symbolisiert der Drache Nidhögg, bisweilen auch Nidhugg geschrieben, das Böse. Nidhögg sieht man oft im Gebirge Nidafjäll, wobei er ständig an den Wurzeln des Weltenbaumes Yggdrasil nagt um ihn zu schwächen. Der Drache Nidhögg taucht auch immer wieder an der Quelle Hvergelmer auf und in Hel, wo er das Blut der Toten trinkt.

Nidhögg war ständig in einer Art Wortgefecht mit dem riesigen Adler Hräsvelg, der auf der Spitze Yggdrasils wohnte und mit seinen Flügeln die Winde schuf. Der Adler symbolisierte die gefährlichen Mächte, die über die Welt schwebten, wobei die grösste Gefahr von Nidhögg ausging.

Der Drache Nidhögg verhindert kurz vor Ragnarök, dass die Götter eine neue Welt errichten und während er entlang der felsigen Steilhänge fliegt, geht die Welt unter.

Nidhögg ist ein beliebter Name für schwedische Motorradclubs sowie von Vereinen von Bergsteigern. Auch als Pseudonym in den Social Medias ist Nidhögg in Schweden ein häufig gewählter Begriff. Eine der jüngsten Vikingrock-Gruppen, die erst dieses Jahr eine neue CD herausgaben ist Nidhöggs Vrede, die altnordische Themen zu Heavy Metal machen. Mehrere ihrer Stücke haben einen direkten Bezug zum Drachen Nidhögg.
Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, april 19, 2011

Midgård, die Welt der Menschen

Midgård (Mittel-Welt) ist nach der nordischen Mythologie die Welt der Menschen, die sich auch in der Mitte der Welt, also des Baumes Yggrasil befindet. Im Zentrum von Midgård, auf einer Anhöhe, findet man die Ebene Idavallen aus der der Stamm des Weltenbaumes Yggdrasil hervorragt und wo sich die Welt der Götter, Asgård (Götter-Welt), befindet.

Die Erde Midgård wird vom Weltenbaum, und den Gewässern von Hvergelmer, die durch die Weltenmühle Grotte fliessen, aufrecht erhalten und ernährt. Von Midgård durch reissende Wasser und einem Gebirge, das aus den Augenbrauen Ymers entstand, getrennt, liegt Jotunheim mit Utgård (Aussen-Welt), das Reich der Riesen und der bösen Kräfte.

Die gesamte Bevölkerung Midgårds sind die Nachfolger von Ask und Embla, den ersten beiden Menschen der nordischen Mythologie, die von Oden, Höner und Lodur aus zwei Bäumen am Strand geschaffen wurden.

Midgård hat seit Jahrunderten zahlreiche Menschen inspiriert was dazu führte, dass Schulen, Reitställe, Firmen, aber auch Krankenhäuser sich nach Midgård benannt haben. Noch 2003 produzierte auch die schwedische Fernsehstation TV4 eine Parodie auf die Wikinger, die sich „Hem till Midgård“ nannte.

Allerdings wurde Midgård ebenfalls von extrem rechten Musikgruppen wie „Midgårds Söner“, die in ganz Europa bei rechtsextremen Veranstaltungen spielten, gerne aufgenommen. Die Musikgruppe hat sich mittlerweile aufgelöst. Der Sänger Patrik ”Nitton” Asplund hat sich von der rechten Bewegung losgesagt und ein Buch über diese Entwicklung geschrieben.
Copyright: Herbert Kårlin
 

lördag, april 16, 2011

Yggdrasil, der Weltenbaum und das Pferd Odens

Yggdrasil bedeutet auf altisländisch Oden (Ygg ist einer seiner Beinamen) und Drasil (Pferd), auch wenn er in der nordischen Mythologie der Baum ist, der die Welten beherbergt und den heiligsten Platz der Vorzeit darstellt an dem sich die Götter regelmäßig treffen.

Der Weltenbaum Yggrasil hat drei Wurzeln, die jeweils zu einer der ursprünglichen Quellen führen, nämlich zu Hvergelmer, zu Mimers brunn und zu Urds brunn. Der Baum selbst beherbergt nicht nur die neun Welten, sondern wird auch von zahlreichen Tieren bewohnt, unter anderem vier Hirschen, einem Adler, einem Hahn, einem Eichhörnchen, einem Drachen und vor allem der Ziege Heidrun, die alle eine bedeutende Rolle für den Kreislauf des altnordischen Lebens haben.

Yggrasil wird während Ragnarök beben und stöhnen, aber er geht nicht zu Grunde, damit sich neue Welten entwickeln können. Die meisten alten Aufzeichnungen sprechen beim Weltenbaum Yggdrasil von einer Esche, aber bisweilen wird der Baum auch als Eiche oder  selbst als Eibe bezeichnet. In seiner Eigenschaft als Weltenbaum war Yggdrasil permanent grün und belaubt, da die drei Nornen ihn entsprechend pflegten.
Copyright: Herbert Kårlin
 

onsdag, april 06, 2011

Der Untergang der eisigen Riesen und die Wächter von Hvergelmer

Nordische Mythologie Teil 5 - Die Vorbereitung der Erde

Nachdem Oden Mjöd getrunken und von Mimer die wichtigsten Zaubersprüche (Runen) erhalten hatte, fühlte er sich stark genug die Oberwelt mit der Erde von den Urgiganten zu befreien, also von Ymer und seinen Nachkommen.

Oden machte sich daher in Begleitung seiner Brüder Höner und Lodur auf den Weg zur oberen Welt, die sich im Geäst von Yggdrasil, dem Weltenbaum, befand. Ihre erste Tat dort war den grausamen Riesen Ymer zu töten, indem sie ihm die Halsschlagader aufschnitten. Das viele Blut aus dem Körper Ymers wurde zu einem Ozean in dem die Nachkommen des Riesen ertranken.

Aber genauer genommen wurden nur die Körper der Nachkommen Ymers getötet, denn die Seelen lebten weiter und verschwanden in der Unterwelt, wo sie sich nördlich des Nidalfjället in Nifelheim niederließen, einem Teil des Reiches, wo die ewige Nacht herrschte und frostige Nebelschwaden über stinkende Sümpfe schwebten.

In diesem Teil von Nifelheim bauten sich die Seelen der Nachfolger Ymers einen großen Saal und entwickelten sich zu gefährlichen Gegnern Mimers. Zum Geschlecht der Nachfolger Ymers gehörten die Geister der Krankheit, böse Zwerge, Morn (die unsterbliche Angst), Tope (der Wahnsinn), Ope (die herzzerreißenden Tränen) und Otåle (die permanente Unruhe und Sorge).

Zum Schutz gegen diese eisigen, hartherzigen Wesen stellten Mimer und Oden an der Quelle Hvergelmer, die die Grenze zu Nifelheim ausmachte, Wachen auf. Diese Wachen wurden von den Alven Ivalde und seinen drei Söhnen ausgewählt und geführt. Diese vier Alven hatten den Göttern der nordischen Mythologie ewige Treue geschworen und waren  nicht nur tapfere Kämpfer, sondern auch außerordentlich geschickte Künstler.

Die drei Söhne Ivaldes hatten von Mimer persönlich die Schmiedekunst gelernt, wobei Valand (oft auch Völund genannt) der geschickteste unter ihnen war und Kunstwerke schuf, die sonst nur Sindre, ein Sohn Mimers, zu Stande brachte. Unter den Brüdern Valands war Egil einer des besten Bogenschützen der Vorzeit und Slagfinn ein hervorragender Skiläufer.


Copyright: Herbert Kårlin

måndag, april 04, 2011

Urds brunn, der Brunnen des Schicksals

Urds brunn, auch Urdarbrunnen gennant, war in der nordischen Mythologie eine der drei Quellen, die den Weltenbaum Yggdrasil ernähren. Diese Quelle erhielt ihren Namen nach der ersten Norne Urd und wird als die Quelle oder der Brunnen des Schicksals bezeichnet, da diese Quelle von den Nornen Urd, Verdani und Skuld bewacht wird, die über das Schicksal jedes Neugeborenen entscheiden.

Urds brunn wird oft als die heilige Quelle der Asarna bezeichnet, die eine der Göttergeschlechter ausmachten, und am Brunnen des Schicksals ihren Tingsplatz hatten, also ihre Gerichte abhielten. Noch heute ist das Tingsrätt die erste Instanz eines Strafverfahrens in Schweden.

Die drei Nornen schöpften auch täglich Wasser und Schlamm aus dem Brunnen des Schicksals (Ödesbrunnen) mit dem sie die die Wurzeln und den Stamm der Esche Yggrasil bestrichen, damit seine Blätter, die verschiedenen Welten, nicht zu welken begannen. Mit dem weißen Sand der Quelle schützen sie dann zusätzlich die Wurzeln des Weltenbaumes.
Copyright: Herbert Kårlin

lördag, april 02, 2011

Odens Blick auf die zukünftigen Welten

Nordische Mythologie Teil 4 - Odens Aufgabe und Prüfung

Anfangs besaß in der Unterwelt ausschließlich Mimer alle Kenntnisse der vergangenen und der zukünftigen Welt, eine Weisheit, die er über die Quelle der Weisheit, Mimers brunn, erhielt. Das Wasser der Quelle konnte daher nicht mit gewöhnlichem Wasser verglichen werden und hieß Mjöd, eine Art Manna, das sowohl Wissen vermittelte als auch Hunger und Durst stillte und alle Grundstoffe aller Welten schaffen konnte.

Mimer hatte sieben Söhne, die, als seine Nachfolger, ebenfalls das göttliche Mjöd trinken durften und daher die Schmiede aller Welten wurden. Sie konnten nicht nur Schmuck aus Gold und Silber schaffen, sondern auch Gras und Kräuter oder andere Gegenstände, die es noch nicht auf den Welten gab.

Das Schicksal hatte es so bestimmt, dass Oden und alle seine Nachfolger nicht in der Unterwelt verbleiben sollten, sondern für die oberirdischen Welten zuständig sein sollten. Dies war auch der Grund, warum Oden eines Tages auf die Spitze des Weltenbaumes Yggdrasil kletterte und einen Blick auf sein zukünftiges Reich warf.

Was er sah, versetzte ihn mehr in Schreck als Begeisterung, denn die öde Fläche wurde vom grausamen Riesen Ymer und dessen Nachkommen beherrscht. Auf den ersten Blick war dem noch jungen Oden bewusst, dass er seiner Aufgabe nicht gewachsen war, denn alles war erst zu schaffen und zudem hatte er einen gefährlichen Riesen in seinem Reich. Nur ein Schluck aus der Quelle der Weisheit konnte ihm helfen, wenn er neue Welten schaffen und steuern sollte.

Oden bat daher Mimer um Mjöd, was ihm dieser jedoch verweigerte, wenn er nicht beweisen konnte, dass er sich dem Genuss des göttlichen Getränks würdig erweist. Diese Aussage gab Oden die Kraft, dass er neun Tage lang ohne Essen und Trinken und von Speeren der Riesen verletzt im Geäst des Yggdrasil verbrachte. Immer wieder blickte er in die Unterwelt zu Mimer und bat unter Tränen um die nötige Stärke, die ihm fehlte, um die neuen Welten zu regieren.

Nach neun Tagen verließen Oden die Kräfte und er fiel vom Weltenbaum Yggdrasil in die Unterwelt. Erst als er hier noch eines seiner Augen Mimer opferte, gab ihm der Weise Mjöd zu trinken und legte das Auge Odens in die Quelle, wodurch Oden alle Schicksale der Welten sehen konnte. Mimer lehrte ihm dann neun Zauberlieder und Oden gewann die Weisheit und die Stärke, die die Aufgabe von ihm forderte.


Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, mars 29, 2011

Die Quelle Hvergelmer in der nordischen Mythologie

Hvergelmer oder auch Vergelmer ist eine der drei Quellen aus denen sich der Weltenbaum Yggdrasil ernährt und wo sich eine seiner drei Wurzeln befinden. In dieser Quelle wohnt der Drache Nidhögg und einige Schlangen. Nidhögg nagt ständig an den Wurzeln des Baumes und repräsentiert das Böse in der nordischen Mythologie. Indem er die Wurzeln zerstört, wird er auch mit am Ragnarök Schuld tragen.

Hvergelmer, was soviel wie der „rauschende Kessel“ heißt, fließt an der nördlichen Wurzel von Yggdrasil vorbei, um sich dann in elf eiskalte Flüsse zu teilen. Diese Flüsse heißen Elivågor und deren Wasser wird immer kälter bis es zu Eis erstarrt, das den Norden von Ginnungagap füllt, wo es dann auf die Wärme von Muspelheim trifft und sich im Kampf zwischen Kalt und Warm die ersten Wesen der Nordischen Mythologie entwickeln, Audumla und Ymer.

Auch die Quelle Hvergelmer hat Familien ihren Namen gegeben und mehrere Black Metal Gruppen haben sich von der Kraft des eisigen Wassers inspirieren lassen, wobei insbesondere die Gruppe Hvergelmer auch internationalen Erfolg aufweisen kann.
Copyright Herbert Kårlin

torsdag, mars 24, 2011

Die Schaffung der Welt in der nordischen Mythologie

Nordische Mythologie Teil 1 - Der Beginn

Nach der nordischen Mythologie hat die Welt einen Anfang und ein Ende. Daher war zu Beginn das Chaos in dem es „keinen Sand, keinen See, nicht die leichteste Brise, auch keine Erde und nicht den Himmel über ihr“ gab. Es gab nur den Raum, den man sich wie einen großen Rachen vorstellte und der Ginnungagap (der weit offene Rachen) genannt wurde.

Es gab jedoch bereits drei Kräfte, wobei die Zahl drei auch später immer wieder in der nordischen Mythologie auftaucht. Ginnungagap hatte im Norden die Quelle der eisigen Kälte (Hvergelmer) über die ein dichter Dunst lag. Diese Gegend wurde daher Nifelheim genannt, die Welt des Dunstes. Im Süden von Ginnungagap befand sich die warme Quelle Urds und unterhalb, an der tiefsten Stelle unter diesen beiden Teile lag die Quelle der Weisheit, Mimers brunn. Diese Quelle war so tief, dass nicht einmal der Gedanke des Gottes Oden sich die Tiefe vorstellen konnte.

Aus Hvergelmer drangen ständig neblige Kälteschwaden nach Ginnungagap, wo diese auf die warmen Ströme aus dem Süden stießen. Diese beiden Kräfte lagen ständig im Streit und vermischten sich mit der Zeit. Aus dieser Mischung entstanden dann die ersten Stoffe, die zur Entstehung der Welt führten.

Dort wo die Quelle der Weisheit entsprang, befand sich ein Samen, der Samen des Weltenbaumes Yggdrasil. Dieser Samen begann sich aus diesen Stoffen, die aus Kälte und Wärme entstanden, zu entwickeln. Seine Wurzeln suchten den Weg zu den drei ursprünglichen Kräften des Chaos und schufen, durch der Verflechtung seiner Wurzeln, die Unterwelt.

Der Stamm des Yggdrasil wurde immer höher und verzweigte sich mehr und mehr, damit sich die unterschiedlichen Reiche und Welten auf den verschiedenen Ästen entwickeln konnten. Auch wenn der Weltenbaum für Menschen unsichtbar sind, so entwickelt er sich immer weiter bis die Welt mit Ragnarök ihr Ende erreicht hat.




Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, mars 23, 2011

Mimers brunn, der Brunnen der Weisheit

Nach der nordischen Mythologie findet man unter einer der Wurzeln des Weltenbaumes Yggdrasil Mimers Brunn oder auch Mimers Källa, die Quelle der Weisheit, dessen Wasser alle Kenntnisse der Welt besitzt. Mimer, der Herr des Brunnens, bewachte das Wasser rund um die Uhr und trank jeden Tag etwas Wasser aus dieser Quelle (Källa). Dies war auch der Grund, warum Mimers zu den Weisen des hohen Nordens gehörte.

Es gab nur wenige aus dem Reich der nordischen Mythologie, die auch nur in die Nähe des Quelle kommen konnten und selbst Oden, der die Fähigkeit des Wassers kannte und von der Quelle trinken wollte, musste es mit einem seiner Augen bezahlen. Mimers legte das Auge in die Quelle, woraufhin Oden alles sehen konnte was in der Welt geschah. Die Quelle bot ihm die Kenntnisse aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. 

In Schweden findet man auch heute noch unzählige Mimers Brunn und Mimers Källa, die fast alle etwas mit Weisheit und Kenntnissen zu tun haben. Kulturzentren, Bibliotheken, Schulen und viele ähnliche Einrichtungen lassen sich heute noch von dieser Quelle der Weisheit beeinflussen.
Copyright: Herbert Kårlin