tisdag, juni 07, 2011

Zauberrunen oder Trollrunen in der nordischen Mythologie

Zauberrunen oder Trollrunen findet man nicht nur in der nordischen Mythologie, sondern man findet sie in Schweden auch im Volksglauben und selbst moderne Kinderbücher sprechen oft von diesen Zauberformeln, die ihren Ursprung in den ältesten Runen der Runensteine und Runenstäbe haben.

Trollrunen wurden in der nordischen Mythologie von allen Wesen verwendet und konnten sowohl Gutes als auch Böses vollbringen. Während zum Beispiel Heimdall den Menschen heilende Runen leerte, kamen von Heid (Angerboda) Runen, die Krankheiten verbreiteten.

Die Anwendung der Zauberrunen war sehr unterschiedlich, denn sie konnten, wie auf Runensteinen, nur eingeschlagene Symbole sein, aber auch eine Ansammlung mehrere Zeichen auf einem Runenstab oder eine Zauberformel, die bisweilen gesungen wurde. Die Aussagen konnten von Außenstehenden nicht verstanden werden, was diese Trollrunen umso gefährlicher machte.

Im Volksglauben wurden Runen manchmal nur in den Boden geritzt, in einem Amulett verwendet oder auf einen Stein gemalt. In diesem Fall sollten die Zauberrunen meist dazu helfen, dass sich jemand in jemanden unsterblich verliebt, aber konnten auch dazu angewendet werden, dass Kühe keine Milch mehr gaben oder jemand von einer schweren Krankheit heimgesucht wurde.

Geheimnisvolle Zeichen an Türen oder in der Baumrinde wurden häufig ebenfalls als Trollrunen gesehen und im Volksglauben in der Regel mit der Zauberei von Trollen und Hexen in Verbindung gebracht.
Copyright: Herbert Kårlin
 

måndag, juni 06, 2011

Die Auferstehung Angerbodas und Gullveigs

Nordische Mythologie Teil 25 - Angerboda wird Gullveig und Heid

Die Riesin Angerboda war die einzige Riesin der nordischen Mythologie, die ihre Seele im Frostland Nifelheim gelassen hatte. Dies war auch der Grund, warum ihr Herz, das mit der Seele verbunden war, nicht verbrannt werden konnte und dass sie abgrundtiefe böse war.

Als Angerboda verursachte die Riesin den Vanakrieg, den Krieg zwischen Vana-Gättern und Asa-Göttern. Als dieser Krieg zu Ende war und den Göttern die Verursacherin bekannt wurde, verbrannten sie Angerboda, aber da ihr Herz nur ankohlte und die Seele weiterlebte, wurde sie als Gullveig neu geboren, ohne jedoch ihren bösen Charakter verloren zu haben.

Als Gullveig verführte sie die Menschen zu Bösem und hetzte sie gegen die Asa-Götter in Asgård auf. Als die Götter letztendlich auch diese Machenschaft entdeckten, wurde Gullveig, die in Wirklichkeit immer noch Angerboda war, erneut verbrannt. Dieses Mal suchte Loke in der Asche nach ihrem Herz und verschluckte es.

Nachdem Loke das Herz verschlungen hatte, gebar er eine Schlange, die Midgårdsormen. Da diese Schlange so schnell wuchs, dass sie eine Gefahr für die Menschen in Midgård wurde, warf Oden sie ins Meer, wo sie im Laufe der Jahrhunderte immer größer wurde und schließlich, am Grunde des Ozeans, einen geschlossenen Ring um Midgård bildete.

Die Midgårdsormen wuchs so lange weiter, bis sich Ragnarök, der Weltuntergang ankündigte und sie dabei ihren Anteil bei der Zerstörung der Welt der Menschen und der Götter beitragen konnte.

Dass Angerboda auch als Gullveig weiterlebte und nach ihrer Verbrennung erneut auferstehen sollte, wussten nur Loke und die die Riesen in Jotunheim, die jedoch dieses Geheimnis mit niemandem teilten. Bei der neuen Wiedergeburt nannte sich Angerboda Heid, was soviel bedeutet wie Zauberfrau, Trollkvinna.

Heid machte sich, wie früher Heimdall, in Midgård auf den Weg um die Menschen zu erziehen, allerdings auf ihre Art. Sie suchte vor allem eifersüchtige und neidische Frauen, denen sie ihre Zauberrunen gab, damit sie die Menschen entzweien konnten und Feindschaft in Midgård einzog. Das Übel, das sie anrichtete, war unbeschreiblich, denn durch diese Zauberrunen drang überall in Midgård das Böse ein. Sehr spät entdecken auch dieses Mal die Götter wieder wer der Verursacher dieser Probleme war und sie verbrannten auch Heid.

Wieder ist es Loke, der das Herz aus der Asche rettete, wobei dieses Mal Fenrisulven geboren wird, der gefährlichste Wolf der nordischen Mythologie.

Aber die Riesin Angerboda, Gullveig oder Heid brachte noch ein weiteres schreckliches Wesen zur Welt: Leikin. Leikin wurde die Göttin der Frostriesen und konnte über die Krankheitsgeister in Nifelheim befehlen.
Copyright: Herbert Kårlin
 

söndag, juni 05, 2011

Dain, Dvalin, Duneyr und Duraror an der Spitze Yggdrasils

In der Spitze des Weltenbaumes Yggdrasil lebten vier Hirsche, die die Namen Dain, Dvalin, Duneyr und Duratror trugen und sich von den Blättern und Zweigen des Baumes ernähren. Auch wenn diese vier Hirsche nicht häufig in der nordischen Mythologie auftauchen, so haben sie dennoch einige wichtige Rollen.

Zum einen sammelt sich in ihren Hörnern jeden Morgen der Tau aller Welten und wird dann zu den Flüssen, die durch die verschiedenen Welten fließen. Zum anderen kann jeder der Hirsche Wind in eine der vier Himmelsrichtungen verursachen und alle vier sind gemeinsam für alle Winde verantwortlich.

Auch wenn die Hirsche gemeinsam keinen Einfluss auf moderne schwedische Namen haben, so hat jeder für sich Firmen bei der Namensgebung inspiriert, die damit ausdrücken wollen, dass sie sich wie die entsprechenden Winde ausdehnen. Dvalin ist nicht nur der Name eines Hirsches, sondern auch der Name eines mächtigen Zwerges.
Copyright: Herbert Kårlin
 

lördag, juni 04, 2011

Das Zeitalter der Sünden und des Zwistes

Nordische Mythologie Teil 24 - Gullveigs Einfluss

Die Götter hatten Heimdall zu den Menschen nach Midgård geschickt, damit diese alle Weisheiten erfuhren, die ihnen ein friedliches Leben garantieren. Sie wurden dazu erzogen, dass sie sich gegenseitig respektierten und jederzeit mit Hilfe bereit standen. Sie hatten gelernt das Feuer zu beherrschen und mit den Kenntnissen der heiligen Runen konnten sie Sorgen lindern, Krankheiten heilen und selbst Stürme und Wellen bezähmen.

Aber bereits als die Menschen noch in dieser goldenen Zeit lebten, schlummerte über ihnen das Böse, das alle guten Einflüsse Heimdalls zerstören wollte. Dieses Böse war verkörpert in der Riesin Angerboda, die auch als Gullveig bekannt wurde.

Gullveig war so schön wie Loke und war ebenfalls in Asgård aufgenommen worden. Ihr war jedoch eine böse Macht angeboren, die es ihr erlaubten Menschen und Götter zu verführen, ohne dass diese die Gefahr sehen konnten, die die Handlungen mit sich führten, zu denen Angerboda sie verführte.

Angerbode hatte auch die Macht allen Dingen der Welt einen schädlichen Einfluss zu geben, ohne dass sie selbst davon betroffen war. Sie konnte Unfälle, Krankheiten, Sinnesverwirrungen und selbst den Tod eines Menschen herbeiführen, da sie die Trollsprache bis ins kleinste Detail beherrschte.

Angerboda (Gullveig), die Friggs Dienerin war, konnte sich, wie Loke, so gut verstellen, dass die Götter sehr lange brauchten bis sie ihren wahren Charakter entdecken konnten und sie bis dahin bereits die Freundin Frejas werden konnte, die sie ebenfalls für ihre böse Kunst einsetzen wollte.

Als die Götter letztendlich den wahren und bösen Charakter Gullveigs entdeckten und ihnen bewusst wurde, wohin diese bösen Mächte Menschen und auch Götter führen sollten, verurteilten sie die Riesin zum Tode. Da nur das Feuer eine reinigende Kraft hatte, sollte Angerboda verbrannt werden.

Es war jedoch nicht ganz einfach, ein Feuer zu entwickeln, das Angerboda auch erreichte, denn ihr Gift war so kalt wie der Raureif Muspelheims. Und selbst als es den Göttern endlich gelungen war, Angeboda zu verbrennen, so bemerkten sie nicht, dass das Herz der Riesin, das kälter war als alles was die Götter bisher kannten, nur angekohlt war und die bösen Kräfte behalten hatte.

Loke, der bei der Verbrennung Angerbodas ebenfalls anwesend war, blieb daher noch zurück, als die anderen Götter bereits nach Valhall oder ihre Wohnungen zurückkehrten und suchte in der Asche das Herz Angerbodas. Als er es fand, verschluckte er es, ohne zu wissen, welche Wirkung das Herz des Bösen in ihm haben konnte.
Copyright: Herbert Kårlin
 

fredag, juni 03, 2011

Alfheim, die Welt des Lichtes

Alfheim, die Welt der Alfen, oft auch Alven geschrieben, ist die Welt in der der Vana-Gott Frej zusammen mit den Lichtalfen wohnt und das er regiert. Nach der nordischen Mythologie erhielt Frej sein Reich dort bereits als Kleinkind, an dem Tag, an dem sich sein erster Zahn zeigte.

Alfheim liegt jenseits von Asgård, wobei dort, unter anderem, auch Breidablick (die Wohnung Balders), Glitne (das Heim Forsetes) und Himibjörg (die Wohnung Heimdalls) zu finden sind. Alfheim wird oft auch als Ljusalfaheim (Lichtalfaheim) bezeichnet, um diese Welt von Svartalfaheim (Schwarzalfaheim) abzugrenzen.

Von den Bewohnern Alfheims weiß man nicht sehr viel, wobei ausschließlich der Runenmeister Dain eine bedeutendere Rolle spielt. Die anderen Wesen Alfheims, die im Rang zwischen Menschen und Göttern stehen, sind mit Geheimnissen umwittert und zeigen sich nur selten außerhalb ihrer eigenen Welt.

Da Alfheim an Muspelheim grenzt, dem Reich des Feuers, ist es dort immer strahlend hell, so dass man den Eindruck bekommt, die Sonne stehe hier näher und würde permanent scheinen. Wegen dieser Helligkeit nennt man diese Welt, außer Alfheim und Ljusalfaheim, auch noch Vidblain, was soviel bedeutet wie „die blendende Welt“.
Copyright: Herbert Kårlin
 

torsdag, juni 02, 2011

Die Rolle von Ivaldes Söhne in der nordischen Mythologie

Nordische Mythologie Teil 23 - Ivalde und Ivaldes Söhne

Ivalde und seine Söhne bewachten den gesamten Fluss, der an der Quelle Hvergelmer entsprang und in dann Midgård von Jotunheim trennte. Sie waren Oden und den Asa-Göttern jedoch nicht nur über den Treueeid verbunden, sondern ihre Schwestern und Frauen waren auch Wesen der Natur und sorgten dafür, dass der Weltenbaum Yggdrasil immer grün blieb und die Bewohner Midgårds eine reiche Ernte hatten. Ivalde und seine Söhne standen dadurch auch durch persönliche Bande den Menschen in Midgård sehr nahe.

Der einzige Sohn Ivaldes, der sich wenig um die Bewachung kümmerte, war Valand, der sich fast ausschließlich in seiner Schmiede aufhielt, oft gemeinsam mit seinem Pflegesohn Frej. Hier entstanden daher sehr viele Schmuckstücke für die Götter und andere wertvolle Kunstwerke. Valand hatte sein ganzen Leben dem Schaffen von Kunstwerken gewidmet.

Vor allem Egil widmete sich dagegen ganz der Bewachung der Grenze. Er wohnte, zusammen mit seiner ersten Frau Groa in der prunkvollen, mit Gold verzierten Burg Ysäter, die direkt am Elivågor lag. In dieser Burg lebten auch einige der kriegerischsten Alfer. Da Egil und Groa lange Zeit ohne Kinder blieben, so nahmen sie zwei dieser Alfen als Pflegekinder an, den Jungen Tjalve und das Mädchen Raskva.

Egil war bekannt für seine Treffsicherheit und keiner seiner Pfeile verfehlte je sein Ziel. Dies brachte ihm den Beinamen Örvandel ein, was soviel wie Pfeilschütze bedeutet. Wenn Tor in das Grenzland kam, das Ivaldes Söhne kontrollierten, so wohnte er immer bei Egil und wurde zu einem seiner engsten Freunde. Wenn Egil unterwegs war, so wohnte seine Frau Groa auch oft in der Burg Trudvang, dem Heim Tors, wo sie immer willkommen war.

Das Grenzland Svitiod in dem Ivalde und seine Söhne wohnten, war auch bekannt als das goldene Land, da die nördlichen Flussbetten aus goldenem Sand bestanden. Ivalde war der erste, der über dieses Reich herrschte, dessen südlichster Teil das Svealand war. Im Norden herrschte Ivalde noch über das Skidlöparefolk, die Skridfinnarne (Skifinnen). So geschickt Egil mit Pfeil und Bogen war, so geschickt war Ivalde mit seinem Speer.
Copyright: Herbert Kårlin
 

onsdag, juni 01, 2011

Månegarm, der Wolf und die Toten

Månegarm war ein Riesenwolf und, wie auch Hate und Skoll, ein Sohn von Fenrisulven, dem gefährlichsten Wolf der nordischen Mythologie, und lebte im Järnskogen. Månegarm lebte hauptsächlich vom Blut der Sterbenden und verfolgte, wie seine Geschwister immer wieder den Mond.

Der Legende nach war es Månegarm, der die Sonnenfinsternis verursachte indem er mit  so viel Blut der Toten um sich spritzte, dass die Sonne davon schwarz wurde. Auch wenn Månegarm das Blut der Toten aß, so darf er nicht mit Garm verwechselt werden, der das Totenreich Helheim bewachte.

Auch eine Black Metal Band aus Norrtälje, die Vikingagrock spielt, nennt sich nach diesem Wolf der Mythologie Månegarm, wobei sie zu Beginn unter dem Namen Antikrist auftrat und sich dann 1995 umbenannte. Ihre bisher letzte CD kam 2010 auf den Markt.
Copyright: Herbert Kårlin