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söndag, maj 29, 2011

Vidar, der schweigsame Gott von Asgård

Vidar ist der Sohn Odens und der Riesin Grid. Er ist in der nordischen Mythologie als der schweigsamste und bescheidenste Gott von Asgård bekannt. Vidar nimmt am Tisch in Valhall den von Oden längst entfernten Platz ein und ist dafür verantwortlich die Hörner aller anderen immer wieder mit Mjöd zu füllen.

Der Asa-Gott Vidar, der über Vide, die Wälder herrscht, leistet diesen Dienst ohne sich von der niederen Arbeit gekränkt zu fühlen und reicht selbst Loke, den er innerlich verachtet, immer wieder sein gefülltes Horn.

Auch wenn Vidar, nach Tor, der stärkste Gott in Asgård ist, so hat er bis Ragnarök wenig Nutzen und Ehre von dieser Stärke. Und dennoch ist es Vidar, der bei Ragnarök den Tod seines Vaters rächen wird, Fenrisulven tötet, und nach dem Untergang der Welten weiterleben wird.
Copyright: Herbert Kårlin
 

söndag, maj 22, 2011

Brage, der Dichter der nordischen Mythologie

Brage, ein Sohn Odens und Gunnlöds war der Ehemann der nordischen Liebesgöttin Idun, die zwar zahlreiche Kinder hatten, die jedoch keine bedeutende Rolle in der nordischen Mythologie spielen und nicht mit ihrem Namen genannt wurden.

Brage ist der Gott der Dichtkunst, eine Eigenschaft, die er jedoch mit Oden teilt. Während jedoch Oden seine Dichtkunst in vielfältiger Weise anwendet, ist Brage jener Gott, der es zur Aufgabe hat, die Geschichte der Götter und Krieger zu bewahren und der Zukunft zu überliefern.

Brage, der nicht nur zur Dichtkunst neigt, sondern auch zum Genuss von Mjöd, ist, neben Hermod und den Valkyrior einer der wichtigsten Gäste am Tische Odens in Valhall, da er hier die Aufgabe hat, die in Ehre gestorbenen Helden, die Einhärjar,  zu unterhalten und mit ihnen zu trinken, was ihm auch den Beinamen Kriegerkönig brachte.

Der Name Brage hat in Schweden relativ wenig Eindruck hinterlassen., ausser einem Fussballklub und einem Hotel in Borlänge Im finnischen Österbotten (Pohjanmaa) findet man jedoch einen im Jahre 1908 gegründeten Verein Brage, der in Vasa (Vaasa) ein Freiluftmuseum unterhält. Auf späteren Abbildungen trägt Brage immer einen Bart, was ihn etwas an den griechischen Gott des Weines erinnern lässt. Zahlreiche Forscher der nordischen Mythologie sehen, aus etymologischen Gründen, Brages Dichtkunst in Zusammenhang mit seinem Genuss von Mjöd.
Copyright: Herbert Kårlin
 

fredag, maj 06, 2011

Heidrun, die Ziege des Asa-Gottes Oden

Heidrun, die Ziege Odens weidet auf dem Dach von Valhall und ernährt sich von den ständig nachwachsenden und immergrünen Blättern des Weltenbaumes Yggdrasil. Durch diese Nahrung wird ihre Milch vom Lebenssaft des Baumes angereichert und verwandelt sich in ihrem Magen zum Göttertrank Mjöd, das demjenigen, der es trinkt besondere Kräfte verleiht.

Aus ihren Eutern fließt soviel Mjöd, dass die Menge, die in den Behälter in der Valhall fließt, nie zu Ende geht, egal wie viel die Götter und die gestorbenen Helden, die Einhärjar, auch von diesem berauschenden Getränk zu sich nehmen. Serviert wird Mjöd von den beiden Dienerinnen Odens, von den Valkyrien Rist und Mist. 

Heidrun ist der Name einer wichtigen Ölplattform Norwegens, der Name eines schwedischen Verlages, ein heute relativ seltener weiblicher Vorname und der Name einer Vikingarockband aus dem Värmland, die erstmals im Jahre 2009 öffentlich auftrat und patriotische Songs schreibt, ohne jedoch einer rechten politischen Gruppe nahe zu stehen.
Copyright: Herbert Kårlin
 

onsdag, maj 04, 2011

Sleipner, das Pferd des Asa-Gottes Oden

Der Asa-Gott Oden hat nach der nordischen Mythologie sechs Tiere, nämlich seine beiden Raben Hugin och Munin, die beiden Wölfe Freke und Gere, die Ziege Heidrun und sein legendäres Pferd Sleipner, das ein Kind Lokes war und der wiederum dem Geschlecht der Riesen angehörte.

Sleipner ist ein grauer Hengst mit acht Beinen, der extrem stark war und schneller als jedes andere Pferd, sogar schneller als der Wind war. Das Pferd Sleipner konnte sowohl auf der Erde, als auch in der Luft oder durch die Wasser reiten, wobei er nicht nur Oden auf seinem Rücken trug, sondern auch die heldenreichen Kämpfer, die in der Schlacht gefallen waren, zu Oden nach Valhall brachte. Sleipner konnte all diese Leistungen verbringen, da Oden Zauberrunen in seine Zähne geschnitzt hatte.

Bei Ragnarök reitet Hermod, Odens Sohn, neun Tage und neun Nächte lang auf Sleipner ununterbrochen bis zu Hel um Balder zu retten, wobei hierbei der Mut des Pferdes gezeigt wird, als es selbst über den Hund Hels, Garm, springt und weder die giftigen Schlangen, noch den Drachen Nidhögg fürchtet.

Auf einigen Steinritzungen Gotlands kann man Pferde mit acht Beinen finden, die vermutlich Sleipner darstellen sollen. Nach alten Volkssagen sollen auch die Bauern früher die letzte Handvoll ihrer Samen für Odens Pferd gesät haben, damit der Gott ihnen beim Vorbeireiten keinen Schaden zufügt.

Noch heute wählen viele Reitklub Schwedens den Namen des göttlichen Pferdes als Firmenbezeichnung, wobei man jedoch mittlerweile auch Unternehmen verschiedenster Zweige findet, die sich Sleipner bezeichnen oder auch das achtfüßige Pferd als ihr Logo wählen.
Copyright: Herbert Kårlin
 

söndag, maj 01, 2011

Valhall, die Wohnung der Götter

Valhall, oft auch Valhöll geschrieben, ist das imposanteste Gebäude in Asgård in dem die Asa-Götter wohnen. Dies führte auch dazu, dass Valhall oft mit dem Himmel in Verbindung gebracht wird, auch wenn diese Symbolik etwas zweifelhaft ist, da Valhall eigentlich bedeutet „die Halle der gefallenen Krieger“.

Valhall war innen mit unzähligen goldenen Schildern und Speeren verziert, so dass alle Räume wie von Sonnenlicht überzogen schienen. Jeden Abend belebte sich das Gebäude, das 540 Türen hatte durch die jeweils 800 Krieger gleichzeitig gehen konnten, da hier die Einhärjar nach den täglichen Kämpfen, die vor Valhall statt fanden, das Fleisch vom Eber Särimner aßen und das Mjöd Heidruns tranken.

Zu Valhall gehörte auch der Turm Lidskjalf, von dem aus die Götter Midgård und Jotunheim überwachten, damit sie eventuelle Bedrohungen rechtzeitig feststellen konnten.

Den Namen Valhall findet man in Schweden in den verschiedensten Zusammenhängen, da es ein beliebter Name für Hotels, Konferenzanlagen, Sportzentren, Vereine und Parkanlagen ist, aber auch Vorbild für einen Comic und einen animierten Film war. Zahlreiche Musikgruppen, unter anderem auch Black Sabbath, ließen sich bei ihren Werken von Valhall beeinflussen.
Copyright: Herbert Kårlin
 

torsdag, april 28, 2011

Asgård und Valhall, die Welt der Götter

Nordische Mythologie Teil 11 – Valhall und Asgård

Asgård befand sich nach der nordischen Mythologie an der höchsten Stelle des Weltenbaumes Yggdrasil. Mitten in die grünen Haine dieser Landschaft bauten die Künstler der Urzeit Valhall, das Gebäude, in dem die Götter wohnen sollten.

Zu Valhall gehörte der Aussichtsturm Lidskjalf, von dem aus die Aser sowohl Midgård, die Welt der Menschen, als auch Jotunheim, die Welt der Riesen überwachen konnten. Von der Spitze des Turmes konnten sie selbst die Ränder der Scheibe der Unterwelt sehen, da die Unterwelt die größte Scheibe ist, dessen Rand sich unter freiem Himmel befindet.

Auf diesem von Asgård aus sichtbaren Gürtel der Unterwelt wohnen die Vaner und die Alfer, wobei die Vaner auf der westlichen Seite der Scheibe leben und die Alfer auf der östlichen.

Die Unterwelt wird häufig auch Jormungrund genannt, was soviel wie großer Grund bedeutet, da die Unterwelt größer ist als die anderen Welten.

Da Oden von Lidskjalf aus nur den Rand von Jormungrund sehen kann, schickt er seine beiden Raben Hugin und Munin jeden Morgen in die Unterwelt. Bei ihrer Rückkehr am Abend berichten sie ihm alles, was sie dort sahen und hörten und bieten ihm so auch einen Überblick über die Geschehnisse und Pläne in Jormungrund.

Über Asgård breitet Yggrasil immergrüne Zweige, die nur von den Aser-Göttern gesehen werden können. Auf diesen Zweigen wachsen zahlreiche Früchte von denen sich die Götter ernähren und die ihnen die Unsterblichkeit geben.

Wenn die Aser zur Unterwelt wollen, so benutzen sie grundsätzlich die Brücke Bifrost, da dies schneller geht als auf Pferden durch das Luftmeer zu reiten, denn zum einen können Pferde nicht so schnell reiten und zum anderen sind dort starke Luftströme, die jede Reise verlangsamen und unsicher machen.

Hoch über Yggdrasil, im Weltraum, findet man noch die Himmelsgewässer, die durch die Verdunstung von Meer und Seen entstehen. Die Wasser stoßen dort auf den „schwarzen Schreckglanz“, einen Stoff, der den Gewitterwolken die dunkle, metallische Farbe gibt. Dieser Stoff kann sich auch entzünden und wird dadurch zu zigzagförmigen Geschossen, die jedes Ziel, das sie aussuchen, treffen.

Die Stelle an der sich die Himmelsgewässer treffen wird Eiktyrner genannt, was in etwa Eichenstecher bedeutet, da die Blitze, die hier in den Gewitterwolken entstehen, sehr häufig die Eichen in Midgård treffen. Von Eiktyrner stürzt auch ein Fluss in die Tiefe, der Asgård von der Sicht der Menschen schützt.

Über diesen Fluss führt eine Fallbrücke, die ebenfalls die Urzeitkünstler geschaffen haben. Hierbei handelt es sich um die berühmte Asgårdspforte, die ein wahres Kunstwerk ist und von Menschen nicht überschritten werden kann.

Auf der Spitze des Yggdrasil, noch über Asgård, wohnt der Hahn Gullenkamme mit seinem goldenen Kamm, der ein Symbol für die Wachsamkeit der Götter ist und ein Zeichen dafür, dass die Welten unbekümmert ihrem Lauf folgen können.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, mars 20, 2011

Einhärjar, die tapferen Krieger in der Valhall

Die Einhärjar oder Enhärjar (Einherjer im Deutschen) sind in der nordischen Mythologie die ihm Rum gefallenen, mutigen Krieger, die von Odens Valkyrjor (Walküren) zur Valhall gebracht wurden, dem altnordischen Himmelreich.

Die Anzahl dieser mutigen Krieger ist nach der Edda nicht einmal zu schätzen, da zur Valhall 540 Türen führten, durch die jeweils gleichzeitig 800 Einhärjar Zugang fanden.

Jeden Morgen verließen die Krieger, nach einem ausgiebigen Mahl, die Valhall nach Idavallen, das im Zentrum von Asgård, dem Reiche der Götter lag, und kämpften gegeneinader. Bei Dämmerung fließt dann jedoch das während der Kämpfe geflossene Blut ins Fleisch zurück und alle abgehackten Teile finden zurück an die ursprüngliche Stelle, so dass die Einhärjar unbeschadet zurück zum Essen in die Valhall kehren können.

In der Nacht feiern dann die Einhärjar in der Valhall, wo ihnen von Andrimner das Fleisch des Särimner geboten wird. Zu diesem Fleisch trinken sie Mjöd, das nur die Ziege Heidrun bietet, die jeden Tag Blätter des Yggdrasil isst, Blätter des Weltenbaums.

So wie der Eber Särimner unendlich Fleisch gibt, so sind auch die Nächte nicht mit den Nächten der Welt der Menschen zu vergleichen, denn unabhängig wie lange die Einhärjar feiern, sie finden immer soviel Zeit, dass sie noch so lange schlafen können, dass sie voll erholt zu den Kämpfen am nächsten Tag aufbrechen können.

Die Einhärjar blieben in Schweden im Großen und Ganzen in der Welt der Mythologie. Lediglich eine Musikgruppe, die Punk-Rock spielt, ließ den Namen dieser Helden wieder auferstehen. Da die Gruppe Einhärjar sehr patriotische Texte schreibt, wird sie sehr häufig als rechtsorientiert betrachtet, wobei sie jedoch keine Verbindung zu einer politischen Gruppierung hat. Eines der klassischen Stücke der Vikingarockgruppe Enhärjarna heißt Moder Svea (Mutter Svea).

Copyright: Herbert Kårlin

lördag, mars 19, 2011

Särimner, ein Eber besonderer Art

Särimner (im Deutschen Sährimnir genannt) ist nach der nordischen Mythologie der Eber Odens (Odins), der dazu dient die Einhärjarna (Einherjer), die tapferen Krieger, die nach ihrem Tode zur Valhall geführt wurden, zu ernähren.

Särimner wurde daher jeden Abend geschlachtet und ergab soviel Fleisch, dass nicht einer der Krieger hungrig bleiben musste. Jeden Morgen, wenn sich dann die Krieger nach einem nächtlichen Fest und Schlaf auf den Weg machten, stand Särimner wieder vom Tode auf, um dann am Abend erneut vom Koch Andrimner geschlachtet und im Topf Eldrimner zubereitet zu werden. Voraussetzung war nur, dass kein Knochen Särimners weggeworfen wurde.

Oden, der am Festmahl ebenfalls teilnahm, trank jedoch nur Mjöd und gab daher sein Fleisch seinen beiden Wölfen Gere und Freke, die zu seinen Füßen lagen. Dass der heutige julskinka (Weihnachtsschinken) eine Beziehung zu Särimner hat , kann nicht belegt werden, wird jedoch oft als logisch betrachtet.

Auch Särimner leiht seinen Namen tausenden von Unternehmen Schwedens, insbesondere Restaurants, Fleischereien und Motorradclubs. In Göteborg entstand auch die Black Metal Gruppe Särimner, die, unter anderem, Genom Ymers Död (Durch den Tod Ymers) aufnahm. 
Copyright: Herbert Kårlin